Müller (Johannes von) Sl-
, sein würdiger Bruder, der Oberschulherr, Joh. Georg Müller zu! Echafhausen, außer ihm Bonstetten, Gleim,H. Fr. Jacobe,Herder, Heinrich Füßli, Graf d'Lntraignes, Alexan-der v. Humbold, NiclasVvigt, Hryne und viel« andre Ge«
! lehrte und Staatsmänner. Wie redlich er es meinte, zeigen seine^ vertrauten Briefe, die im gten bis 7ten und izten bis igten Bande sei-ner Werke aufbewahrt sind und einen Schatz merkwürdiger Notizenimd genialer Gedanken enthalten. Daß auch der Erzherzog Jo-hann, der bei Saatfeld gefalln« Prinz Louis von Preußen undder Kronprinz von Bayern unter seine Freunde gehörten, ge-reicht diesen Prinzen nicht weniger al« Müllern zur Ehr«. Allerdingsblieb das Gefühl seines eignen Werthes nicht ohne Antheil an diese»Bündnissen und seine von Jugend auf entschiedn« Borliebe für denUmgang der höchsten Stände, seine Freude an hohen Ehrenstellen,sein Streben nach Ruhm wurde ihm nicht selten als Stolz ausgelegt.
^ Doch wird man den nicht eitel nennen dürfen, der die Borzüge, die eri empfand und anerkannt wissen wollte, wirklich besaß. Eine Vereini-gung von Genialität und Gründlichkeit, von eisernem Fleiß undIchdpftrischer Phantasie, von kritischem Scharfsinn und willigemGlauben, von ruhigem Ernst und glühender Empfindung, Eigenschaf-ten, wie sie die Natur und der menschliche Wille selten hervorbringtund »och seltner in einem Individuum verbindet, wurden an Müller»bewundert. In einer Zeit, die sich entschieden zur Oberflächlichkeit' »eigie, drang er in die Tiefen des Wissens und führte die Werke sei-ner historischen Kunst auf dem Grunde und in der Farbe der Zeiten> selbst auf, die er beschrieb. So entstand die Geschichte schwei»
! ierischer Eidgenossenschaft, ein Werk, das vom Anbegin»zwar nur bis auf 1439 fortgeführt, doch reich und groß genug ist,seinen Verfasser unsterblich zu machen. Selbstständigkeit, Tiefe»i Vollständigkeit, ein reines, starkes Wahrheitsgefühl, das nie einerNeigung dienstbar ward, und eine Bescheidenheit, die ihn auch ia' mancher als fabelhaft verschrienen Quelle »och Goldkörner histo-rischer Wahrheit finden ließ, zeichnen seine Forschung, hohe Würde, und Originalität, Leben und Feuer, gedrungne Kraft und frucht-! bare Kürze seinen Bortrag aas. Wa« dieser hier und da Dunk-let und Schwerfälliges hat, muß eher Müllers Gewohnheit, au«Grcerpten vorliegender Urkunden zu cvmponiren »nd mit Wenigem«sei zu sagen, als irgend einer Nachahmung zugeschrieben werden.Die durch eigne Studien erworbne Kenntniß der Kriegskunst undsw lebenvolle Anschaulichkeit in seiner Beschreibung von SchlachtenA ganz einzig in ihrer Art und unter den Borzügen seiner histori-schen Methode hervorragend das Verdienst, die Schauplätze der Be-gebenheiten, Sitten und Bildungsgang der Völker, mit einemWorte das ganze Leben der Vorwelt mit allen seinen Bedingniffen»> das Gebiet der Geschichte gezogen und ihr die Würde einer Leh-«rin des Menschengeschlechts wieder gegeben zu haben. In diesem«>nne wollte er die Weltgeschichte schreiben, und begann zu demMde i78i all, Alten, deren die meisten und besten schon seine»vertrauten waren, von MoseS und Homer an nach der Aeitfolge inteil Ursprachen zu lesen und historische Materialien daraus zu ercer-! k>ren. Bei diesem großen Unternehmen ging ihm aus der Lectür«N..^tischen Schriften über den unendlichen Werth der positiven°>«l>gio» und des Christenthums insonderheit, den ihm «in AnfallAufklärern und der Verkehr mit der französischen Literatur