Band 
Sechster Band. M und N.
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535
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Münzen 535

ßen prägten schon die Griechen auf ihre Münzen, bei den Römernerst die Kaiser seit Julius Cäsar. Die Consularmünzen trugen in-deß als Hauptfigur ldas Bild des berühmten Urhebers eines römi-schen Geschlechts, z. B. die julische Familie die Venus, die Familiefialpurnia den Numa u.s. w. Auf der Kehrseite der ältesten Mün-zen waren Thiere oder Schiffsschnabel (daher psminia und iinwmrr-rüi von isris), dann prägte man verschied»« Gottheiten und ihreAtic-blite darauf, oder als Siegeszeichen eine im Wagen fahrendeVictoria (irumnii Viornrisri, liizati, t^iisäii^ari), allerlei Denk-male und Denkzeichen, Triumphe, Gebäude u. s. w., und wenn sichein Gegenstand nicht auf natürliche Weise bildlich darstellen ließ,allerhand symbolische Zeichen, worunter eine Menge personificirterTugenden und andre Abstra-ta sich befinden. Bei den modernenMünzen füllen Wappen diese Stellen aus, die ebenfalls als Sinn-bilder von Ländern und Städten zu betrachten sind. Außerdem fin-det man auf den Münzen, mit Ausnahme der allerältestcn, auchSchrift, und zwar kreisförmig am Rand umherlaufende Umschrift,welche man Legende nennt, und horizontale Inschrift auf derMitte. Die Legende der Vorderseite stellt Namen, Titel oderKürde dessen dar, dessen Bild die Münze trägt,, und wenn dieKehrseite keine Fortsetzung davon ist, so enthält fie entweder Er-klärung des Symbols, oder einen Wahlspruch u. dergfi. Bei dengriechischen Münzen findet man viele ohne Legende auf der Vorder-seite, besonders wenn sie das Bild einer Gotthe t tragen; seltnerfindet sich dies bei den römischen. In der Regel find diese Legende»schwer zu entziffern, weil sie meist mit bloßen Anfangsbuchstabe»geschrieben, und wohl auch mit Monogrammen untermischt find,

(S. BarthelemyLsssi ä'unspLlsäsiaplii« numis--

m»ri>,ue.) Es bedarf wohl nicht erst der Versicherung, daß dieseMünzkunde für den Geschichtforscher von erheblicher Wichtigkeit ist,Ein sie ist es auch für den Alterthumsforscher, den Künstler undArchäologen, und man hat deßhalb nicht Unrecht gethan, die antike»uinislnatik als einen Theil der Archäologie zu betrachten. Natür-lich kommen hier nicht bloß die Geld-, sondern auch die Denkmün-M in Betrachtung, die vor andern eine ästhetische Würdigung «er-achtn. Aus diesen und jenen aber lernen wir mit größerer Sicher-heit als sonst, die Gottheiten der Alten mit ihren Attributen"üd Beinamen, die Ceremonien und Geräthschaften ihres Cultus,das Costum ihrer Priester, kurz fast alles, was mit ihren religiö-se, bürgerlichen und militärischen Gebräuchen in Beziehung steht,ttnnen. Auf Denkmünzen findet man mehrere berühmte Kunstwerkeees Alterthums dargestellt, z. B. den sarnesischey Hercules, die kni-'°>sche Venus u. a. m., und auch hier findet man Gelegenheit, dieMchiednen Epochen des Styls zu unterscheiden, die Fortschritte"r Kunst bei den civilifirten Völkern zu beobachten, und sie mitsM Zustande bei den Barbaren zu vergleichen, Grund genug, eigneSammlungen von ihnen anzulegen. Die berühmtesten Cabinets die-M Art sind zu Paris, Wien und Gotha, (Stieglitz Versuchwer Einrichtung antiker Münzsammlungen zur Er-.aut. d. Gesch. d. Kunst des Alterthums, Leipzig z8oy.)"°er die Literatur dieses Zweigs der Gelehrsamkeit und Kunst et-vn» lagen, ist um sp weniger nöthig, da man in den WeM»Banduri,, Hirsch und tzipsius Befriedigung findet. Über>e alte Numismatik sind die Werke von Spanheim, Morslii,