Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
561
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l Muskete Muth Z6r

i «er ist die Reizbarkeit der Muskelfibern das Lebensprincip und derGrundstoffdazu der Sauerstoff, der sich während des Athmens mit demBlute in den Lungen verbinde und durch den Umlauf desselben allenTheilen mirgetheilt werde. Wollte man dieser Meinung auch bei-trelin, so bleibt Loch wieder die Frage zu beaolwcrtcn: durch welchenMechanismus wirkt der Sauerstoff auf das Lebensprincip? — Dieneuern Entdeckungen des Metallreizes (s. Galvanismus) scheinen diesenGegenstand einigermaßen ins Licht zu setzen. Versuche haben dahingeleitet, eine eigne Flüssigkeit im thierischen Körper anzunehmen, diewan einstweilen galvanisches Fluidum genannt hat, welche vonden Nerven bei ihrer Berührung mit Metallen hergegeben werd« undin genauer Verbindung mit dem Lebensprincip stehe. — Mit demLeben hört sowohl 'ie Reizbarkeit als die Bewegung auf. Indeßdauert beides nach Absonderung gesunder Muskel» von einem lebendi-gen oder fri'ch getödketen Körper noch so lange fort, als sie noch einenmerklichen Antheil der natürlichen Lebenswärme besitzen.

Muskete, der Name der gemeinen Soldatenflints, welcher vondem veulateinischen »rroclrecus, der Spcroer, herkommen soll, indemman anfänglich die Geschosse nach allerlei Raubthieren benannte, z. B.Feldschlangen, Felconet u. s. w. Der Herzog 'von Alba führte dirMusketen zuerst im I. 1ZS7 bei seinen Kriegsvdlkern ein. — Maus»quetaires hießen die Reiter von der ehemaligen königl. französi-schen adeligen Leibaarde.

Mustavba Bairaktar. Dieser in der neuern Geschichte derTürkei merkwürdig gewordne Mann war zu Rasgrad von armenÄltern geboren, und anfangs Bauer, hernach Pferdehändler gewesen.Der Umstand, daß er in dem vorletzten Lürkenkriege-eine Fahne, de-ren Träger gefallen und die in Feindeshände gerathen war,-wiedernahm und ungeachtet seiner Wunden behauptete, hatte ihm den Na-men Bairaktor (Fahnenträger) und das Vertrauen seines Vorgesetzten,des Ahnn von Rustschuk erworben, dem er in allen seinen Fehden,

> vorzüglich wider Paswan-Oglu, zur Seite war und dem er 1824 inseiner Statthalterschaft folgte. Unter Sultan Mahmud, dem er aufden Thron balf, zum Großvezier ernannt, v,erfolgte er mit Energiedie Lmichrankung der Janitscharen und die Organisirung der tückischenArmee auf europäischen Fuß, worüber Seliw den Thron und das Lebenverloren halte. Aber auch er unterlag nach girier viermonatlichen Herr,schaft, während welcher er viel Einsicht, Kraft und Consequenz gezeigthalte, indem er sich am i4ten November 1808, um den eindringenden

. panitscharen nicht in die Hände zu fallen, selbst in die Luft

j strengte.

Muth ist die aus Kraftgeiuhl entspringende Empfänglichkeit für

> große Unternehmungen, für Unternehmungen, die nicht nur das Maß ge-wöhnlicher Kräfte übersteigen, sondern auch mit Hindernissen und Gefab,ren verbunden sind. Aus dem Muthe stammen wie aus ihrer Wurzel dieGeduld , die Uner-chrockenheit und die Beständigkeit. Die Geduld istdie ruhige und vernünftige Ertragung aller Beschwerden und Schmer-W, die in dem menschlichen Leben vorkomme»; Unerschrockenheit ist

! die Gegenwart und Festigkeit des Geistes in der Mitte der Gefahr.

i Beständigkeit ist das Beharre» in allen Bestrebungen, die- er mitÜberlegung gewählt oder übernommen hat. Wer nicht leicht in Furchtgeletzt wird, ist unerschrocken. Das Gegentheil ist Feigheit. Wermcht erschrickt, ist herzhaft; dessen Muth in Gefahren anhaltend ist,tznßt tapfer, Wer sich leichtsinnig in Gefahr begibt, ist ein Wage-

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