Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
563
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Myologie Mysore 563

I die Mathematik, Astronomie, Naturlchre und Naturgeschichte. Die^ schönen Wissenschaften hatten von jeher viel Reize für ihn gehabt. ImZ. 1748 ging er nach Berlin, um dort hauptsächlich seine astronomi-schen und physikalischen Kenntnisse noch mehr zu erweitern. .EineZeitlang schrieb er die rüdigersche, jetzt vosstsLe Zeitung. Baldober entstand in ihm die lebhafte Begierde, die Welt zu sehn. EineGesellschaft von Naturfreunden vereinigte sich, um ihn auf ihre Ko-sten nach Amerika reisen zu lassen. Er sollte Beobachtuvgen der Na-i tur anstellen, Naturalien sammeln und endlich sein Tagebuch durchden Druck bekannt machen. Haller dirigirte die Sache. MyliuS reis'teim Frühling 175z von Berlin ab, und begab sich über Riedersachsenj nach England, um von dort aus nach Amerika zu gehn; aber Kränk-lichkeit und Widerwärtigkeiten hielten ihn in London zurück, wo eri im März 1754 in traurigen Umständen starb. — Im Allgemeinenfehlt allen Werken von Mylivs die volle Reife; aber man erkennt in' einigen derselben einen forschenden, kenntnißstreichen Geist, in an-dern eine kecke und treffende Satire; seine Poesien, worunter sich! «ehreke dramatische Arbeiten befinden, sind nicht von Bedeutung.Seinen Uterarischen Nachlast hat Lessing nebst Nachrichten von seinemLeben, Charakter und Schriften herausgegeben,

Myologie, s. Anatomie.

My0ps, s. Kurzsichtig.

Myriade, eine Zahl von zehntausend; in der poetischen Sprachebezeichnet man damit überhaupt eine große Zahl,

Myriagramm,s. französisches Decimalsystem.

Mysore, ein Land von mäßigem Umfang in der vordern ostin-dischen Halbinsel, westlich von Carnatik, innerhalb der Gauts odergroßen Gebirgsketten, welche durch die ganze Halbinsel vyn Norde»

^ nach Süden laufen. Es hatte leine einheimischen Raja'S, bis unge-fähr um das I. 1760 Hyder Ali, ein Mahomedaner, die Herrschaftan sich riß und den rechtmäßigen Regenten einschloß. Der neue Fürstbo» Mysore wußte sich bald der meisten umliegenden Herrschaften zubemächtigen. Sein Sohn Tippo Saib, der 1782 auf dem Thronefolgte, setzte die Eroberungen kort, und machte sich allen feinen Nach-barn, den Engländern, Marotten und dem Nizam von Golconda,siirchtbar. Seine regulieren Truppen, deren Anzahl sich auf 7Z,oooMann belief, waren die besten, die ein indischer Fürst hatte; unterihnen befanden sich auch Europäer, die von französischen Offizierencommandirt wurden. Mit den unregelmäßigen Milizen stieg dieganze Kriegsmacht auf 155,020 Mann. Die Furcht vereinigte dievorhin genannten Mächte wider ihn, die ihn anfallen Seiten angrif-und 1792 zu einem Frieden nöthigten, in welchem er beinahe die. Halste seiner Staaten (1.500 Ouadratmeilen mit 12 Millionen Rupie»jährlicher Einkünfte) nebst den Gebirgspässen verlor. Tiopo' Saib,der diesen Verlust nicht verschmerzen konnte, gab den Einflüsterungender Franzosen Gehör, welche durch ihn den Engländern einen empsind-uchen Streich in ihren ostindischen Besitzungen beizubringen hofften,«stese aber, durch Tippo's Rüstungen aufmerksam gemacht, foderteneme Erklärung und brachen, als dieselbe zweideutig ausfiel, i 7 yy un-»ernnilhtl in seine Staaten ein. Die Energie des General-Gouver-neurs Wellesley hatte alle Schwierigkeiten, die Geldmangel und«olhlosigkeit ihm entgegenstellten, überwunden. Im Februar i 7 ?y> °s?"Sen zwei Heere, von Bombay und Madras, gegen die Gränzen, °d» Mysore vor. Am 4ten März traf General Stuart von Bombay

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