Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
567
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Mythen 567

Petrus Tombarbus oder ein Albertus Magnus für die Be-förderung der Religiosität gewirkt. kD

Mythen. Mythologie. Der aus dem Griechischen ent-lehnte Ausdruck Mythus, Mythen, bedeutet im Grunde nichtsMerz als Sage, wie Fabel, (k->s»iia, von taii, sagen), Sagen-erzählung, Sagcngeschichte. Gewöhnlich aber macht maneLe Einschränkung dabei, die aus Griechenland stammt, und zwaraus der Zeit, wo Sagenetzählung, in der Poeste vorgetragen, dereigentlichen Geschichte (i?°g»«) wich, die durchaus auf Wahrheitder erzählten Thatsachen ging. Da befaßte man denn unter My-' thelogie eine Sammlung mündlicher Überlieferungenalles dessen, was die Vorwelt bis auf die Zeit^ wovan andre Mittel kannte, Geschehenes auf die Nach-welt zubringen, in ihrer Vorstellt» ngsartund SpracheDenkwürdiges aufbewahrt hatte. Was der ungebildete Na-tursohn über Welt, Rakur und beben fühlte und dachte, .was er»fahren hatte, was er als Vorstellung oder Erfahrung der Ahter«äßte, und was er von der Zukunft zu wissen glaubte,, darinbestand dieses Denkwürdige, und dies wäre also der Inhalt der! Mythologie. Man sieht, daß sie aus sehr verschleimen Bestandthei-! lm zusammengesetzt, und auf eine eigne Weise vorgetragen sey»muß. Die Bestandtheile der Mythologie find i. historisch, denn, sie bewahrte die Begebenheiten der Urzeit auf, wo sie den Enkel»

, von den Vatern überliefert wurde»; 2. philosophisch, denn sir. enthält die frühesten Versuche des menschlichen Denkvermögens, sich! dir mannichfaltigen Erscheinungen der Ratur am Himmel und aufber Erde, die Ursachen dieser Erscheinungen, die Triebfedern des, menschlichen Willens, die Fügungen und Verkettungen des in Dun-kel gehüllten Schicksals zu erklären. Man könnte deßhalb den phi-leHphischen Bestandtheil der Mythologie wieder zerlegen in denphysikalischen oder naturphilosophischen, den astronomischen, mora-W«n und metaphysischen. Hieraus folgt, daß in der Mythologie'Malten ist: i. die älteste, in Dunkel gehüllte, Geschichte unsersGeschlechts, und 2. die älteste Philosophie. Schon in dieser dop-pelte» Beziehung erscheint sie ungemein wichtig; noch wichtigereher, wenn wir die Art des Wortrags der Mythologie berück-Mg«n. Ist Mythologie Erzählung der Begebenheiten oderRelingen der Rationen in ihrem Kindesalter, in der Sprachedieses Kich desalters vorgetragen, so fragt sich hier: wiez war diese Sprache beschaffen? Ungeübt im abstrakten Denke», zeigtj sich bei dem Naturmenschen die Phantasie desto lebhafter, sie, die! alles Innere veräußert, alles Äußere »erinnert. Anfangs mangeltder eigentliche Ausdruck des Geistigen gänzlich. Was in dieses Ge-biet gehört (Empfinden, Vorstellen, Begreifen, Schließen u. s. w.),lvrd in die Körperwclt übergetragen. Aber auch, was als äußereErscheinung sich den Sinnen darstellt, muß meistentheils erst umge.prägt werden, ehe es Eigenthum dieses durstigen Beobachters wer-fen kann. Die Einbildungskraft trägt hier auf Gegenstände der-iatur oder menschlichen Kunst die innern Zustände des Mensche»"der, leiht ihnen menschliches Gefühl, Bewußtseyn und Sprache,»in dem einen Halle wird der. Verstandesbegriff «ls Anschauung dar-gestellt, in dem andern ein Gedanke aus einer Sphäre in eine an-dere übergetragen, also symbolisirt, allegorisrrt. Der Kreis»°» Wahrnehmungen, woran jener NaturMNsch sein Bezeichnungsver-