Narbonne 587
der» i'm August 1798 wirklich an der westlich«» Küste von DontGalt. Allein die Prvclamation, welche Ropper Tandy hier an dasirländische Volk erließ, hatte die erwartete Wirkung nicht. Erwar genötbigt, auf einer französischen Brigg zu flüchten, und. kamnach Hamburg, um von da nach Frankreich zu gehen. Allein indieser Stadt wurde er mit seinem Bruder O-Counor auf Requisi-tion des dortigen englischen Gesandten Erawford acretirr, da da»irländische Parlament beide ausdrücklich von der Amnestie, welche« den Rebellen zugestanden, ausgenommen hatte. Ungeachtet derlebhaftesten Gegenvorstellungen und selbst Drohungen des französi-schen Direktoriums, wurde Napper Tandy vom Senate zu Ham-burg den Engländern ausgeliefert, nach Irland gebracht, im Mo-nat Mai rsoo daselbst vor Gericht gestellt, und zum Tode ver-dammt, welcher lirrheilsspruch jedoch nicht vollzogen wurde. End-lich äußerten die Reklamationen der französischen Regierung zu sei-nem Besten ihre Wirkung, und Napper Tandy wurde auf einSchreiben des Bürgers (nachherigen Grafen) Otto an den Staats-stcretär Hawkesbury in Freiheit gesetzt. Im März 1802 kam er inBordeaux an, wo er auch den lsqsten August i8vZ in einem Altervon 66 Jahren gestorben ist.
Narbonne (Louis), aus dem Geschlechte der alten Grafenvon Narbonne, deren Stammtafel bis in das zehnte Jahrhunderthinauf verfolgt werden kann, war unter Ludwig XV!. Kriegs-minister. Als die Revolution ausbrach, schlug er sich auf die Seiteder Gemäßigten, welche eine yonstitutionelle Monarchie wollten. ImJahr 1791 machte er als Kriegsminister in Gesellschaft der Frauvon Stasl eine militärische Inspektionsreise an die Gränzfestungenvom Rhein und die festen Küstenplätze an der See, von der er derNationalversammlung nur einen sehr unvollständigen Bericht abstat-kfte. In seinem Ministerium erhielt er sich trotz aller Anfechtungen,v>e er erfahre» mußte, durch die Unterstützung seiner Freunde, undbesonders des Abbe Fauchet, bis im März 1792 , wo er sich mitdem Bertranb de Moleville, dem Minister der Mckrine (der späteri» England sehr interessante Mcmoires über die französische Revo-lution herausgegeben hat), entzweite, und vom König, der denHerrn Bertrand de Moleville sehr schätzte, entlassen wurde. Eingerichtlicher Angriff, den man auf ihn machte, war fruchtlos, und ererhielt bei seinem Abgänge vom Ministerium die Erklärung der Na-kionalversammlung, daß er das Bedauern der Nation mit sichnehme. Nach einer kurzen Dienstzeit bei der damals errichteten Ar-mee hes Eentrums kam er nach Paris zurück, wo er einer gegendas Finanzielle seiner frühern Ministcrialvcrwaltung gerichtetenAnklage aufs neue glücklich entging, jedoch, um ähnliche» Stür-men auszuweichen, nach London flüchtete, «0 er, während LudwigsAVl. Prozeß in Paris verhandelt wurde, eine Rechtfertigungs-schtift dieses Monarchen herausgab. Nach einem mehrjährigenAufenthalte in der Schweiz kehrte er in Folge der Revolution desrhten Brumaire, gleich einer Menge andrer Emigranten, nach Frank-v«ch zurück. Im Jahre 130« wurde er Divifionsgeneral, im Jahre!8oq auf kurze Zeit Commandant der Festung Raab, nach Beendi-gung des Kriegs von 1809 französischer Gesandter in München, undM> Jahre 1812 an die Stelle des Grafen Otto französischer Am-tusiadeur in Wien, Er macht« de» Feldzug nach Rußland mit,