588 Narcissus (Myth.) Narcissus (Freigelassener)
und starb bald nach der leipziger Schlacht als Commandant mTorgau in Folge eines Sturzes mit dem Pferde *).
Narcissus, ein schöner Jüngling, der sich in sich selbst verliebtUnd in die Blume verwandelt wurde, die wir noch jetzt unter die,sem Namen kennen. Narcissus war der Sohn des jFlußgottes sie,phisus und der Nymphe Liriope (oder nach einer seltneren AngabeLiriocffa). Liresias, der Seber, hatte ihm nur dann ein hohes Al-ter prophezeiht, wenn er sich selbst nicht kennen lernen würde. Dieschöne Gestalt des jungen Narciß bewegte die Herzen aller Jung- 'linge und Nymphe». Echo verzehrte sich und ward zur bloße» 'Stimme, als ihre Liebe zu Narciß keine Gegenliebe fand. Aderjetzt hatte auch seine Stunde geschlagen. Von derJagd erhitzt, willer aus einer Quelle trinke», und erblickt hier zum ersten Male semteigne Gestalt. Sich sehen und sich lieben ist das Werk eines Au-genblicks. Nichts kann den unglücklichen Jüngling von dieserQuelle rrennen, die rasende Leidenschaft verzehrt ihn und die mit-leidigen .Götter verwandeln ihn in. die Narcisse mit gelben Blät-tern. Dieses ist die gewöhnliche Sage, die am reizendsten von Lvidin den Metamorphosen Qei,'. III. ZZy-510 besungen worden iß. ,Man kann nichts witzigeres lesen als diese Erzählung des Ovid, dirnoch in keiner Übersetzung erreicht worden ist und deren Grazie sichnur Malsilarre einigermaßen genähert hat. Nach einer ander»Sage war es ein Jüngling Aminias, der sich in Narciß verliebteund von ihm verschmäht, sich selbst umbrachte. Als die rächende»Götter hierauf dem Narcissus sein eignes Bild in jener Quellezeigten, erstach sich der unglückliche Jüngling und aus seinem Bluteerwuchs die Blume seines Namens. Nach einer dritten Sage end-lich glaubte er nicht sich selbst, sondern seine ihm so ähnliche Zwil-lingsschwester, die ihn stets auf der Jagd begleitet und die er durchden Tod verloren hatte, in jener Quelle zu erblicken, und stürztesich in die Wellen oder starb aus Gram. Noch spät zeigte man bnLhcspiä in Bbotien (ip einer Gegend, wo noch jetzt nach Aussage ^der Reisenden viele Narcissen wachsen) die unglückliche Quelle, dirden Narciß zuerst dem Narciß gezeigt hatte. "Man sieht aus alle«diesen, daß es eigentlich ein Mißbrauch dieser alten Sage» ist, wen»die neuere Conversationssprache oft einen eitel«, selbstgefällige»,und auf seine Gestalt eingebildeten jungen Menschen einen Narcißnennt.
Narcissus, ein Freigelassener des Kaisers Claudius.^ Echo» ^zur Zeit der Republik harte jeder vornehme und reiche Römer ge- ^wöhnlich einen unter seinen Freigelassenen (gewöhnlich war es ei»gebildeter Grieche), dem er sein vorzügliches Vertrauen schenkte,dcrs sein Privatsecretär, Kammerherr, Lecrörairo eis commsnü«- diriens, kurz, das Factotum des Hauses war. So wie einzelne Imcr der Freiheit hes Staats gefährlich wurden, so wurden auch ih" !ersten Freigelassenen furchtbar. So zitterte Rom vor dem Ehryßsi jgonus, dem Freigelassenen des Sulla. Noch furchtbarer und mächtu
*) Noch kann unter den neuern Gliedern des Geschlechts der Eraft» vonNarbonne bemerkt werden , P-tlt Frltzlar, Graf von Narbonne, der sichbet der Belagerung von Minorka unter dem Marschall von Richelieu r?s°und im siebenjährigen Kriege in Deutschland aus«eich»ete, wo » ßs»durch die ehrenvolle Vertheidigung von Frltzlar den ihm »on v»d«»SXV. ertheilten Beinamen Frltzlar erwarb. >