Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
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Syo Narkotisch Narse-

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Narkotisch, betäubend, von dem griechischen Worte n»iß„».ich betäube. Es gibt mehrere Pflanzen, weiche ei» Gift enthaltn,das die Verrichtung des Nervensystems in so hohem Grade stdrl,oder gar unterdrückt, daß die Empfindung verändert wird odetganzaufhört, bei weiterm Fortgang der Wirkung des Giftes der beb,bende Einfluß des Nervensystems auf den Organismus aufhdrt untdas Leben selbst zerstört wird. (Bergt, den Art. Gift.) Diese Pflan-zen enthalten ein solches narkotisches Gift theils rein und herovr,stechend, theils mit andern scharfe« öder aromatischen Säften ver-mischt, denen eS untergeordnet ist. Die Wirkung der narkotisch-giftigen Pflanzen ist daher auch nicht übercin, manche wirken ge-radezu betäubend und störend auf das Nervensystem, wie das B llsenkraut, der Schierling, andre wirken zuerst auf das Blutsyßeivund selbst auf das Gehirn erregend unv hinterher «der nur in ge-stern Gaben erst betäubend', wie das Opium. Die äußern Erschei-nungen von diesen Wirkungen sind verschieden, je nachdem die Por-tionen des genossenen Giftes groß oder klein, die Wirkung dessel-ben sich Mehr auf die Empfindungs- oder auf die Bewegungsnervenwirft. Manche narkotischen Gifte erregen Schwindel, Dunkelheil d«Augen, andre heftige conoulsivische, oft sehr wunderliche Bewegun-gen aller Glieder, oder reizen §um unwillkürlichen heftigen Lachen,andre machen o-c Menschen toll und rasend, andre versetzte» sie instille Verzückungen; auf alle aber folgt endlich Lähmung und gänz-liches Absterben der angegriffenen Nerven. tl.

Narses, ein Verschniktner, dessen Vaterland unbekannt iß,wurde am Ho-e des Kaisers Justmian I. zu Eonstantinopel anfangsbloß zu den Geschäften gebraucht, zu welchen man seines Gleicheszu brauchen pflegte. Durch seine Talente schmeichelte er sich bei de«Kaiser so ein, daß dieser ihn zum KamMerherrn Und kaiserliche»Privatschatzmeister machte. Im Jahre 5Z8 wurde er an die Spitzeeines Corps gestellt, welches den kaiserlichen Feldherrn Belisarius inItalien bei der Vertreibung der Ostgotyen unterstützen sollte. Al-lein die Uneinigkeit, weiche sich bald zwsschcn ihm und Belisariuszeigte, veranlaßte seine flurückberufung. Indessen wurde er iniJahr gga aufs neue nach Italien geschickt, um den Fortschritten desGothen Lotila Einhalt zu thun. Er eroberte Rom, nachdem erden Lotila geschlagen hatte. Mit gleichem Glück besiegte er denLejas, den die Gothen an die Stelle des Lotila zu ihrem Königeerwählt hatten, und lm Frühjahr §54 den Anführer der Aleman-nen Buccsllinus« Nachdem Narses auf diese Weise fast ganz Ita-lien von den Ostgothc» und andern mit ihnen verbündeten Barba-ren gereinigt halle, erhielt er die Statthalterschaft über dies»Land, welche er fünfzehn Zahre lang verwaltete. Indem er denöffentlichen Schatz auf alle Weise zu bereichern suchte, erregte »das Mißvergnügen der ihm untergebenen Provinzialeu, die ih«Klagen durch Deputiere von Rom vor den Thron des Kaisers -5»'stintan ll. brachten. Narses wurde in schimpflichen Ausdruckenseiner Statthalterschaft entsetzt,-und rächte sich an dem kaiserlichenHofe dadurch, daß er die Lombarde» zu jenem Einfall in Italieneinlud, welcher nicht lange nachher unter dem Lombarden-KomgAlboin erfolgte. Doch haben einige Schriftsteller und insbesondreMuratori gezweifelt, ob Narses wirklich Antheil am Einfall der