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i, ger mußte ein solcher Freigelassener eines Kaisers seyn, und einesKaisers, der nur seinen Willen als Gesetz anerkannte. Der schwachet, und oft blödsinnige Claudius (siehe diesen Artikel) wurde abwech-,, stlnd von der Agrippina und den Freigelassenen Pallas und Nar-
i! cijsus beherrscht. Rarciffus übte solche Gewalt über ihn aus, daß
u er sogar die Messalina stürzte. Er war übrigens seinem Herrn treul, ergeben, und bloß während seiner Abwesenheit konnte die Agrippin»e die Ermordung des Claudius vollbringen. ° Auch auf den jungen-. ! und scheinbar tugendhaften Nero, den Nachfolger des Claudius,
1 - suchte er seinen Einfluß fortzuerben, es schien zwischen ihm undr Nero eine gewisse Sympathie der Charaktere Statt zu finden, durch
I Schmeicheleien hatte er schon das Herz seines jungen Gebieters um-
t strickt, als er von der damals noch allmächtigen Agrippina gestürzt
- wurde und sich im Gefängniß selbst das Leben nahm. In seiner letz-
e lern Beziehung als Schmeichler und Berführ-r des Nero. begründet
- man die Darstellung, die Racine im Lritannicus von ihm macht.
- Es ist überflüssig, zu berühren, wie unermeßlich die Reichthümer
> eines Mannes seyn mußten, der das Herz des Herrn der Welt in. , seinen Händen hatte.
e Nardini (Pistro), einer der größten Violinisten seiner Zeit,
> ward geboren zu Livorno im Jahre 1725. Er bildete sich zu Pa,
> du, unter Tarrini, und brachte es bald dahin, daß er für den vor,
! züglichsten Schüler dieses Künstlers, dem ganz Europa den Rang
l des ersten Virtuosen auf dep Violine zugestand, gehalten wurde.
^ Im Jahre 1762 ging er als Mitglied der Capelle an i(en herzog-
lich-wirtembergische» Hof zu Stuttgart, der sich damals durch sei-nen Geschmack, seine Prachtliede und seinen Aufwand für die Künsteaußerordentlich auszeichnete. Als indessen im Jahre 1767 die her-zogliche Cavelle eine bedeutende Neduction erlitt, ging Nardininach Livorno. In den darauf folgenden Zeitraum fällt die Entste-hung der eignen Kompositionen Rardini's. Im Jahre 1769 be»
^ suchte er seinen Lehrer Lartini zu Padua, und pflegte ihn in seinerletzten Krankheit mit einer wahrhaft kindlichen Zärtlichkeit. Untersehr vocttzeilhaften Bedingungen ging er als erster Violinist derCapelle des Großheczogs von Toscana nach Florenz, wo er den7,ten Mai ,796 starb *) Wir haben von ihm viele Kompositionenfür die Violine, und auch einige Lrio's für die Flöte. Seine Kom-positionen haben im Ganzen einen ernsten Charakter, und verlieren>n der Ausführung, wenn sie nicht im Geiste der alten tartinischenSchule vorgetragen werden. Nardini glänzte vorzüglich in der Aus-führung des Adagio. Der Präsident Dupaty, dessen Qsrrrs, surman nicht ungelesen lassen muß, hatte Gelegenheit, in Flo-' renz auch Nardini zu hören, und sagt in jener enthusiastisch-epi-! grammatischen Sprache, mit der er sich über alle Gegenstände der! Kunst in Italien ausdrückt, über Rardini's Spiel: ,,L« violon- e>r uns voix, ou en » uns. II a touolis äs» stbrs» äs inoa
*) In Bauers historisch - biographischen Handwörterbuch« wird das Jahr«72; als Nardiut'S Geburtsjahr, und 179z als sein Sterbejahr angege-ben. In Gerbers Lepicon der Lonkünsrler wird gesagt, daß Nardinir?S3 im giften Jahre seines Alters verstorben s«>j (wonach sein Geburts-jahr 1722 und nicht 172z wäre.) Im llistioniiuire Musicien»wir» 1725 als Geburts- und 1796 als Sterbejahr Nardini'S angegeben.> Air sind »er richtigsten Angabe gefolgt.