594 Nassau (die Häufte)
dem der Beiname Diues (der Reiche) beigelegt ward. letzte-rer starb im I. 125z. (Nach andern Geschichtschreibern im Z. rs-zo.und wieder nach andern im 2 . 125g.) Er machte dadurch, datz)rseine Länder untep seine beiden'Söhne Walram und Ott» theilte,t»nd dadurch zwei Linien bildete (die wälramsche und ottoi--sche), Epoche in der Geschichte der Nassauer, die dadurch immermehr Interesse gewinnt. Die Burg Nassau, das Gericht (eomi-»r»), im Gau Einrich und einige anders Grundstücke des Hausesverblieben anfangs beider Vrüder gemeinschaftliches Theil. Als allei-niges Eigenthum bekam Graf Walram Weilburg, Wisba-den und Sostein, Graf Otto, Siegen, Dillenburg,Herborn, Beilstein, Hadamar und Eins. Um aller Ver-wirrung, diesem gewöhnlichen Labyrinthe unvorsichtiger Schrift-steller, auszuweichen, wird es dienlich seyn, die Geschichte dieserBrüderhäuser zu trennen, und dieses dürfte um so ralhsamer seyn,weil diejenigen Ereignisse, die die ottoische Linie betrafen, uns >
das Haus Oranien näher kennen lehren wird, das zu den beben- ,
tendsten aller europäischen Fürstenhäuser gehört. .V. walramische ^
Linie. Walrams Sohn, Graf Adolph, war ein tapferer ^
hcldcnmüthigcr Prinz. Er hatte den Herzog Johann I. in fünf ,
Treffen geschlagen, als er i» dem sechsten dessen Gefangner ward. -
Johann schenkte ihm aber die Freiheit, und Adolph erkanntediesen Edelsinn, so lange er lebte, mit einer Dankbarkeit, die sei- ,nem Herzen zur großen Ehre gereicht. Im I. 1291, am izten Ju-tiius, verstarb Rudolph, römischer Kaiser, oder vielmehr, weil ervom Papste noch nicht gekrönt war, nur römischer König. Nachseinem Tode war das Reich neun Monate und einige Tage ohneOberhaupt gewesen, und es hatte also eine Zwischenregierung Stattgefunden, als die Churfürsten sich mit einem großen Gefolge nach !Frankfurt begaben und zur neuen Kaiserwahl der Tag angesetzt
ward. Einer derselbe» (der Churfürst von Maynz), ein feiner ,
hinterhältiger Mann, war für Adolph, Grafen von Nassau, §
gestimmt, hielt aber seinen Entschluß so geheim, daß keiner auch >
nur entfernt ahnete, was ihm im Sinn« lag, und brachte eö sogar ,
durch seine Gewandtheit dahin, daß er von sämmtlichen Ehurfürßc» >
das Versprechen, seiner Meinung zu folgen und dcn.'enigcn als >
ihren Kaiser anzuerkennen, der ihm der Würdigste dünken werte, z
erhielt. Als sie zur Wahl versammelt waren, stand er auf, und ,
rief: »Es lebe Graf Adolph von Nassau, unser rech:- ;
mäßig erwählter Kaiser und Herr!" Die Bestürzung war allgc- <
mein, die Meinungen über diese Wahl und deren Rechtmäßigleit f
waren getheilt, indessen wurde von keiner Seite die geheime Unzn- s
sriedenheit laut. Adolph war und blieb römischer Kaiser, und §
Alle, selbst Albrecht, Herzog von Österreich, des letzt verstorbnen x
Kaisers Rudolph Sohn, huldigten ihm. Adolph-s Geschichte z
kann unter seinem Namen nachgesehen werden. Es wird genug seyn, s
zu bemerken, daß er im I. 1297 auf einem zu Maynz gehaltncn §
Reichstage, und zwar (wie es in einem Manifeste desselben hier) ;
seiner ilntüchtigkeit wegen, (die doch wohl unter allen B-- ^ s
schuidigungen, die man gegen ihü hätte richten rönne», die unbe- . <lgründetste war),., des KaiserthumS entsetzt, und eben der Herzog H
Albrecht ron Österreich, dön man bei Adolphs Wahl »bergan- , zgen, und der ihm den Eid der Treue geleistet hattc^ zum römisch"' r
König erwählt wurde. So leicht nahm man einem Mann, wie §