Naturaliencabinct 6n
bis Daseyns meist überwiegenden Anneigung zum Sinnlichen mußdie höhere Liebe (und mit ihr das höhere Erkennen) wer en. -a-bald aber im reinern Mensche» ihrerseils die höhere Liebe das Über-gewicht gewinnt, kehrt auch mit ihr das höheie Erkennen (das obenerwähnte Hellsehen höherer, bcßrer Art) wieder. Wenn demnachschon nach den Lehre» des Alterthums die uns umgebende Sinnen-welt auf doppelte, ganz entgegengesetzte Wei,e auf uns einwirkt,einmal als Sprache und Stimme «rner höheren Region,'dii.'wchihre dunkeln, aber das Gefühl mächtig ergreifende» Hieroglyphen, die Sehnsucht nach dem Hähern und Bessern (das Heimweh) w ch-
i tig in uns weckt und verstärkt, auf der andern Sc'te aber als sc-
täubender (jene höhere Stimme übertäubender) Schlaftrunk; so stehtdieses mit der eben so alten Anficht, nach welcher die S nnenweltdurch den Kampf zweier sich entgegengesetzter Kräfte, der bösen undguten, des Lichts und der Finsterniß, entstanden und ein Zusum-nienfluß aus beiden ist, in tiefem Zusammenhang, und unser eignesGefühl, unsre innerste.Erfahrung widerspricht jenen alten Leo enund Ansichten nicht. Wir hoben uns mit Absicht hier länger, als esvielleicht vielen Lesern erwünscht war, bei den Ansichten der S'nßeaZeit über die Natur und das Verhältniß derselben zum Menschenverweilt, weil in der That das Alterthum in dieses Geheimniß tie-fere Blicke gethan als die letzten Menschenalter, und die eben er-wähnten Ansichten, über welche man das Nähere in Eren,ers Sym -bolik und Mythologie nachlesen kann, jenen Gegenstand mit voll-kommner Wahrheit und Helle auffassen. Auch das, was eec Mensch serNatur ursprüngl'ch war und seyn sollte, hatte die alte Ze-t richtigerkannt, und, es ließe sich bei dieser Gelegenheit viel über e ue§ Magie höherer und niederer Art sagen, wenn dieser Artikel hierzuhinlängliche Gelegenheit darböte, In neuerer Zeit ist das Bei-Hält-niß des Menschen zur Natur, und der Natur zum Menschen zumTheil auf andre Welse aufgefaßt worden. Indeß hat er auch Volldiesem Gesichtspunkte aus einem aufmerksamen Auge nicht entgehenkönnen, wie sehr die Rauir ein gesetzgebendes und belehrendes Wortder Gottheit a» den Menschen ley. Besonders hat He,der in demtrefflichen ersten Theile seiner Ideen zur Philosophie der Ge chichteder Menschheit genügend gezeigt, wie der Mensch so oft äußereEinrichtungen, Künste ^und Kunstfertigkeiten der ihn umgebendenäußern Natur, besonders der Lhie-welt abgelernt, wie das bauendeThier dem Menschen bauen (ein kleiner Käf.r ihm das Beg.alen^ der Todten) gelehrt habe. In so weit jene Ansicht ui der Wahr«i heit begründet ist, zeigt sich hier aberwo.s, daß der Mensch erstdurch Zurückstrahlung aus einer untergeordneten Region dos ibm
> ursprüngliche, jetzt verloren gegangne Licht wieder empfangen
! konnte, H
^ Naturaliencadinet (Raturalienkammer, Naturalren-
> sammlung), ist eine Sammlung von allerlei Gegenständen aus denj drei Reichen der Natur, welche entweder eine öffentliche Anstalt ilt,
»der «on Privatpersonen angelegt wird, zuweilen bloß aus Pracht«kstbe, zuweilen aus Liebhaberei, oder aus wirklichem Interesse fürdie Beförderung der Wiffcnscha't, Die erst« Veranlassung zu sol-chen Sammlungen scheint im Alterthum die Sitte gewesen zu seyn,»ußerordenillche Werke oder seltne NaturgegHistände in den Tem-1 psln aufstellen zu lassen. So ließ König Philipp von Maceoooien- die Hörner jenes wilden Ochsen, welcher lange das Land verheert
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