Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
617
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Nrturcll Naturgesetze 617

Was man übrigens 'heutzutage bier und da mit dem Namen Ra-turdichter belegt hat, können unsre Leser aus dem Art. Hitlerungefähr ersehen. 1.

Naturell. Unter diesem öfters schwankend, bald für Tem-perament, beld gar für Charakter genommenen, Ausdruck besaßtman am richtigstenallejcnen Eigenthümlichkeiten der Menschennatur,die aus den körperlich-organischen Anlagen hervorgehe!. Bvm thie-rischen Leben geht alles bei ans aus; unser erstes Leben ist bloßeVegetation. Aber auch wenn das Empfindung?-und geistige Lebensich entwickelt hat, dauert das vegetative fort, und hat einen we-sentlichen Einfluß auf das höhere Empfindungs- und geistige Leben.Wie oft sind wir ein Spiel unsres Mechanismus! Kann aber schonein vorübergehender Zustand Veränderungen in uns bewirken, wievielmehr wird es nicht eine bleibende Beschaffenheit! Menschen, dieschon in der physischen Anlage nichts mit einander gemein haben,'können unmöglich in Gefühl, Meinung und Vorstellung sich gleikchen. Bei Beurtheilung eines Menschen hat man demnach Rücksichtzu nehmen auf seinen Organismus, die besondre Beschaffenheit derfesten und flüssigen Theile, deren Verbindung und Verhältniß, undalles dasjenige, was dadurch Veränderungen im geistigen und mo-ralischen Menschen hervorbringt. Man kann auch, sagen, daß manRücksicht zu nehmen habe auf die Constitution, Bau und Be-schaffenheit der festen Theile des Körpers, und die Complerion,d.'i. das Flüssige, durch die Lebenskraft gesetzmäßig Bewegliche imKörper, mit Inbegriff der Wärme oder Kälte in Bearbeitung die-ser Säfte. Beide sind noch nicht das Naturell selbst, sondern^ nurdie Bedingungen desselben, denn je nach dem diese verschieden sind;kommen auch verschiednc Erscheinungen des Gemüths zum Vorschein.Der Artikel Temperament wird alles dieses vollends ins gehörigeLicht setzen; kaum lassen sich diese beiden trennen. siä.

Rarurforfchung,(wahrhafte), s. Naturgesetze.

Raturgeschichte, eine mit der Physik oder Naturlehre engverbundene Wissenschaft, welche die Beschreibung oder Schilderungaller Naturkörpcr zum Gegenstände hat. Schicklicher wäre daherauch die Benennung Naturbeschreibung, da der Name Raturge-schichte mehr die Wissenschaft von den Naturbegebenheitcn zu bezeich-nen scheint.

Naturgesetze. Der forschende Menschengeist sucht eigent-lich in allen Gegenständen des Wissens und Erkennens nur jeneewige Wahrheit, zu welcher ihn ein seiner Natur eingepflanztes,unwiderstehliches Sehnen hmtreibt. Nur wo er jene ewige Wahr-heit oder ihre Spuren findet, vermag er sich zu 'beruhigen; andersfindet er in allen feinen -Bestrebungen und Forschungen kein Ge-nüge, keine Zufriedenheit. Auch in der Natur sucht der forschendeGeist pur die Gottheit, und die Spuren ihres ordnenden, lieben-den Einflusses, und erst, wo er diese gefunden, gewährt ihm diei Raturbetrachrung Genüge und Freude. So lange uns die.Naturnoch ein nach zufälliger Begegnung zusammengefügtes Gemenge derAtomen ist, das sich gegenseitig ausweicht oder an einander reibt,begünstigt oder auffrißt, ein vielbeweglicher und bewegter Klumpen,

> ohne Seele, ohne ein allbelcbendes und alllisbendes Auge der Gott-heit; so lange muß der nach Wahrheit strebende Geist in ihr einoyneg Todter.grab, das ihn anekelt, finden. Wie aber der Liebende! sich an allem herzlich freut, woran er die Spuren seiner Liebe und