Band 
Sechster Band. M und N.
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658 Nerven

noch nicht gekannt. Man mag mich hassen, wenn man mich nurfürchtet. Er ließ Rom anzünden, bloß um, wie man sagt, «incl"bendia« Borstellung des Brands von Troja zu bekommen. Indiesem Brande, welcher neun Tage dauerte, gingen die schönstenDenkmäler der Kunst und der Geschichte zu Grunde, Auf die Chri-sten wälzte er die Schuld dieses Brandes, und ließ sie dafür imganzen Reiche auf das heftigste verfolgen. Den eingeäscherten Theilder Stadt ließ er schöner und herrlicher wieder aufbauen, denn diegewöhnliche Leidenschaft der Großen, die Bauwuth, beherrschte auchihn im höchsten Grade. Das merkwürdigste Denkmal dieser Ban-und Verschönerungswuth wurde der Palast, den er sich ieüsti«Rom erbaue» ließ, und der unter dem Namen llairm» ->ur->s be-kannt ist. Seine Verschwendung in andern Punkten, in seinen Klei-dern , Jagdgeräthschasten u. s. w. war eben so gränzenlos, als dieFreigebigkeit gegen das Volk in Rom, das er in der erweiterte«Form der zur Zeit der Republik nur bei gewissen Gelegenheiten üb-lichen Spendungen (lar^irinne») durch die kostbarsten Geschenke be-reicherte, während die Provinzen von der Last der Abgaben zu Bo-den gedrückt wurden. Mehrere Verschwörungen in Rom selbst en-digten zum Verderben derienigen, die sie beaonnen batten. End-lich glückte die Empörung des Galba, des Stattdatters in Span -n,für welchen sich auch der Senat erklärte. Der Tyrann kam der ge-rechten Strafe zuvor, die ihn erwartete und ermordete sich, da nie-mand ihm diesen im Alterthum in solchen Fällen gewöhnlich vonAndern erzeigten Freundschaftsd enst leisten wollte, selbst im Jabre63. So groß und gerecht auch die Freudensbezeugungen über Re-ro's Sturz waren, so fehlte es ihm eben so wenig, wie d-em KaiserNapoleon, an solchen, die ihn selbst nach seinem Sturz noch bewun-derten, vergötterten und zurückwünschten. Man bestreute lein Gratmit Blumen, man stellte seine Statue neben die Rednerdüineikurz Nero's Andenken war einem großen Theile des Volks und derSoldaten, bei dem er sich durch seine Freigebigkeit und Nachsichtbeliebt gemacht hatte, so theuer, daß mehrere Detrüger eine Zeitlang Glück machten, indem sie sich für Nero airsgaden. Gegengeistreichen Spott war Nero um so weniger grausam gewesen, als«r selbst viel Geist besaß, ungeachtet er der erste römische Kaiserwar, der sich zu den Reden, welche er hielt, einer fremr-en Federbediente. Wir müssen es beklagen, daß derjenige Theil des Taci-tus zu den verloren gegangnen Schriften gehört, worin die ge-nauere Schilderung des Charakters und der Regierung des Neroenthalten war.

Nerven sind weißliche markige Fäden, die in Bündeln gleich'laufend neben einander liegen, so daß mehrere solcher Bündel eine»Nerven ausmachen. Zeoes Bündel ist mit einer besondern zarte«Scheide umgeben, das Reucilem genannt, welches der Gefäßha«-des Gehirns ähnlich, und eben so voll von Blutgefäßen ist, de-ren feinste Zweige sich in die Substanz des Nerven selbst endige«.Diese Nerven sind im ganzen thierischen Körper verbreitet und l"'hen durch mannichfaltige Veeornduiig mit einander in Gemeinschaft.Nur die Hirnhäute, das Oberbäutchen, die Haare und Nägelden, wenigstens im gesunoen Zustande, keine Nerven. Die Nerve«selbst sind von unterschied»« Stärke, je nach dem mehrere oder we-nigere Markbündel sich zu einem Nerven veremigen. An best mw-ts« Stellen des Körpers nähern sich mehrere Nerven einander ss