§6ü> Nestor Netscher
s-sion zwei Mrnschenalter durchlebt hatte, als der Kriegszug-HegenTroja unter!" mnien wurde, so nahm er dennoch Antheil an 'dcm-selbcn, und führte die Mannschaft seines Gebiets in 20 oder nachandern Sag-n in yo oder y2 Schiffen nach Troja. Wenn man auchdas Wort Menichenaller nicht, wie schon einige Alte gethan' haben,für einen Aeirraum von hundert Jahre» halt, sondern, wie diese«jetzt gewöhnlich ist, nur eine Zeit von ungefähr dreißig Jahren dar-unter ^ versteht, so war Nestor schon zu alt, um großen per-sönlichen Antheil an den Gefechten- vor Troja zu nehmen. DieRote, die nun hier in der Jliade zugetheilt wird, ist vielmehr dieeines klugen und beredten Greises und R->thgebers. Er sucht de»Agamemnon zur Verträglichkeit mit Achill zu bereden, er ermuntert,warnt, belc.-rt und tadelt die griechischen Helden. Nach der Erobe-rung von Troja segelte er wieder mich Hause. Nach der Odyssee be-suchte ibn hier Te-kemach, um Nachrichten vom Ulysses ernzuz-ehii.Seine Gemahlin war nach- Homer Eurydicc, die älteste Tochter derClym.ene, nach Andern Anaxibia, die Tochter des Eraticus. Eiwerden auch mehrere seiner Söbne und Töchter genannt, tue jedochin den Sagen rucht weiter merkwürdig sind. Nachdem Nestor dreiMenschern,ltcr durchlebt hatte, starb er ruhig zu Pylos, wo mannoch spät se>„ Haus und Grabmal zeige» zu können behauptete.
Nestor, geboren in Rußland um tc-56, lebte als Mönch i«petschcrischen oder Hölenklostcr in Äicw, und starb nach ilib.Außer den Lebensbeschreibungen- einiger Abte und anrrcr frommerBewohner seines K.öfters (welche nur in interpolirteu Fragment«»vorhanden sind) schrieb er in seiner Muttersprache eine Chronik,welche für die Geschichte des Nordens vom höchsten Interesse ist,mit sichtberer Benutzung und Nachahmung byzantinischer Historiker iin Rücksicht der ältesten Geschichte. Die übrigen Quellen, aus de-nen er schöpfte, sind unbekannt; vieles schrieb er als Zeitgenoß oderaus der mündlichen Überlieferung eines alte» Mönchs seines Klo-sters, Jan. Die Darstellung ist dem Geiste seiner Zeit angemessen,häufige fromme Betrachtungen und biblische Sprüche sind in dieErzählung verwebt und die Personen werden gewöhnlich redend ein-geführt. Da der Urtext seiner Chronik verloren und durch die In-terpolationen seiner Fortsetzer (des Abts Sylvester zu Kiew undmehrerer Ungenannten) in unglaublichem Grade entstellt ist, so läßtsich kein sichres Urtheil über sein historisches Verdienst fällen, be-vor nicht sorgsame kritische Untersuchungen ansgcm ttelt haben, «i«viel von dem jetzt Vorhandncn des alten Nestors Eigenthum ist-Es läßt sich nicht einmal mit Gewißheit bestimmen, bis zu wel-chem Jahre seine Arbeit reiche. Ein unsterbliches Verdienst um die-sen Vater der russischen Geschichte hat sich Schtdzer »ach mehr«rnfrühern Vorarbeiten in dem, leider nicht vollendeten, Werke erwor-ben: Nestor'« russische Annalen in ihrer slavonischen Grundspracheverglichen/von Schreibfehlern und Interpolationen möglichst gerei-nigt, erklärt und übersetzt. GLktingen 1802-1809, 5 Bde. 8 -, wo-mit, als Auszug und Verbesserung zu verbinden ist: Joseph Mül-lers allrussische Geschichte nach Nestor, mit Rücksicht auf Schld-zers russische Annalen, die hier berichtigt, ergänzt und vermehrtwerden. Berlin 1812. 8 . A— ».
Netscher (Caspar), einer der vorzüglichsten Mahler seiner Zeit,Hessen Werke noch jetzt geschätzt werden, wurde zu Heidelberg i«Jahre i 6 zy geboren. Da er seinen Vater (Johann Rutscher), einen