Nessus Nestor 66s
mid des ganzen Nervensystems Ursachen nachfolgender Nervenkrank-heiten, z. B. zu vieles Wachen, das die Rervenkraft erschöpft;Krankheiten, besonders Fieber; gewisse Perioden des weiblichen Ge-schlechts, während deren die Reizbarkeit des Nervensystems erhöhtist; Anstrengung der Gehirnthätigkeiten durch übertriebne Geistes-arbeit; Schwangerschaft, allzuheftige Affecten und Leidenschaften. Ik.
Nessus, einer der Centauren (flehe diesen Artikel), ein Sohir'des Zxion und der Rephele (oder Wolke). Bei dem Gefechte derCentauren und Lapithen auf der Hochzeit des Pirithous rettete ersich mit der Flucht. Am berühmtesten ist er in der griechischen My-thologie durch seine Verwicklung in die Geschichte des Hercules.Er trug die Dejanira, eine Geliebte des Hercules, über den FlußEvenus, und wollte sie, als er auf dem jenseitigen Ufer angekom-men war, entführen. Auf das Geschrei der Dejanira durchbohrteHercules von der andern Seite des Ufers her den Nessus mit einemin das Giftblut der lernäischsn Schlang« getauchten Pfeil. Dersterbende Nessus beredete die Dejanira, das aus seiner Wunde quel-lende Blut aufzubewahren und damit ein Gewand zu benetzen, wel-ches dann die Kraft haben werde, ihr die Liebe des Hercules zu er-halten. Die Folge dieser Geschichte ist aus der Mythologie des Her-cules bekannt. Nessus hatte nach der Sage noch die Kraft zu flie-bcn, und starb an seiner Wunde erst, als er im Gebiet der ozoli«schen Locrcr angekommen war.
Nestel, Nestelknüpfen. Unter Nestel, einem im Hoch-deutschen etwas veralteten und mehr im Oberdeutschen üblichenWorte versteht man sowohl die Nestform, welche das weibliche Ge-schlecht zuweilen den Haaren des Kopfes gibt, als auch die Schnüreoder schmalen Riemen, deren man sich zum Zuschnüren und Zu-binden der Kleidungsstücke bediente. In dieser letzter» Bedeutungvon Schnüren ist das Wort Nestel in Nestelknüpfen genommen."Man verstand unter dieser Handlung die magische Operation, wo-durch man jemanden durch Knüpfnng von Nesteln zum Beischlaf«untüchtig machen wollte. Gewöhnlich machte man zu diesem Behufedrei Knoten unter Hersagung gewisser Zauberformeln an einemkeichenstein oder andern heiligen Orte. Eben so hatten diejenige»eigne Gebräuche zu beobachten, welche von der furchtbaren Wir-kung des Nestclknüpfens erlds't seyn wollten. Die Sitte des Ne->stelkuüpfens verliert sich in das graueste Alterthum. Welche Vor-fälle dadurch zuweilen in der neuern Zeit veranlaßt worden sind,kann man in Franks medicinischer Polizei B. IV, S. 554 finden.
Nestor ist derjenige unter den griechischen Helden vor Troja,der sich durch sein« Klugheit, die Frucht seines hohen Alters, ebe»so sehr als durch seine sanfte und eindringende Beredsamkeit aus-zeichnete. Dieses ist im Allgemeinen der Chadakter, den ihm Ho-mer in der Jliade gibt. Nestor war der Sohn des Neleus und derChloris, wurde zu Gerania «rzvgen und folgte seinem Vater alsKonig von Pylos. In seinen jungen und männlichen Jahren zeich-nete er sich, gleich andern Helden seiner Zeit, durch allerlei Großtha-ten und kühn« Unternehmungen aus, erwarb sich aber auch schonfrüh den ikm eigenthümlichen Ruhm eines klugen Rathgebers undreichen Redners. So zeigte er sich unter ander» den Lapithen, de-nen er im Kampf gegen die Centauren beistand. Nachdem LynceuSund Jdas, die Söhne des AphareuS, von den Dioskuren getödtetworden waren, wurde er auch König von Meffenien. Ungeachtet er