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Neuplatoniker
Lage des Jahres eine feierliche Aufwartung an, die nicht, wie die-jenigen, welche sich die Patricier von ihren Clienten an demselbenLage machen liefen, mit Geschenken begleitet, sondern auf einebloße Ceremonie und Glückwünschung eingeschränkt war. DieserGebrauch ging aus dem Heidenthum in das Christenthum über, undda er nicht bloß wie anfänglich in den Gränzen einer Ehrfürchtig-Zeugung gegen Staatsbeamte stehen geblieben war, so wurde er einewahre Last und in Deutschland besonders höchst pedantisch betriebe».Die gedruckten Reujahrswünsche, welche schon vor dreißig Jahre»sehr stark Mode waren, scheinen nach und nach wieder abzunehmenund ein Vergnügen der niedern Classen geworden zu seyn.
Neuplatoniker. In so fern das Wesen dieser philosophi-schen Secte ohne genaue Kenntniß der platonischen Philosophie, auswelchen Artikel wir verweisen, darstellbar ist, bemerken wir Folgen-des. Die Philosophie des Plato (geb. zu Athen 427 vor Christo),welche nach ihm in der Erkenntniß des Allgemeinen, Nothwendige»und Unbedingten, und des Zusammenhangs und des Wesens allerDinge bestand, enthielt sowohl in den meisten ihrer Sätze, als i»der Form, in welcher sie zuletzt von ihrem Stifter vorgetragen wor-den war, den Keim zum Mysticismus und zur Schwärmerei, und auiMangel an strenger systematischer Form, Begünstigung des Syn-kretismus. Die Secte der Platoniker war unter allen, die ausder sokratischen Schule stammten, die zahlreichste. Allein ihr Eifererschlaffte, wahrend ander« neben ihnen, vorzüglich die Skeptiker,nein größeres Interesse zu erregen ansingen. Im dritten Jahrunder!nach' Christo erhob sich aber unter den Platoniker» eine eigne Sect«,die mit dem Namen der Neuplatoniker, auch der alerandrrnische»Neuplatoniker (weil sie anfangs vorzüglich zu Alexandria zu Haustwar) bezeichnet wird. Dieser Schwung, den die platonische Philoso-phie in einer veränderten Gestalt jetzt auf einmal nahm, ist >«Genie der ersten Neuplatoniker, des AmmoniuS Saccas und Ploti-nus, in dem Mangel an Befriedigung, die man im Skepticismoigesucht hatte, in dem'Hinneigen des durch Luxus entarteten Zeitgei-stes zur Mystik und orientalischen Schwärmerei, und in dem Bestre-ben, dem immer mehr siegreichen Christenthum durch eimphilosophische Begründung des Heidenthums einen Damm ent-gegenzusetzen zu suchen. Die Neuplatoniker strebten nach dem Höch-sten, nach Erkenntniß des Absoluten und inniger Vereinigung mitdemselben, um dadurch die Bestimmung des Menschen, vollkomme"gewisse Erkenntniß des Alls, Heiligkeit und Seligkeit zu erreiche",wozu nur Anschauung des Absoluten (Ze^l«) führen sollten. A«>-rnonl'us Saccas aus Alexandrien, ein Mann von außerordentliche«Genie, der durch.Lasttragen seinen Unterhalt verdienen mußte, er-füllte seine Schüler, unter denen Longin, der berühmte Kritiker,-Platin, Lrigenes und Herminius die vorzüglichsten waren, mit dem-selben dichterisch-philosophischen Enthusiasmus, von dem er selbstdurchdrungen war. Plotin, geboren zu Lykopolis in Ägypten rohnach Christo, hat hauptsächlich die Theorie der neuplatonischen W'losophie durch seine Schriften begründet. Er ging von dem Gedan-ken aus, daß Philosophie nur dann möglich sey, wenn das Erken-nen und das Erkannte, Subjektives und Objectives, identischdie Vernunft die Dinge an sich unmittelbar aus sich durch intellet'tuelle Anschauung erkennt. Die Philosophie soll nach ihm das Eine,was Grund und Wesen aller Dinge ist, mit welchem sie selbst i""
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