684 'Nibelungenlied
picht,'g, weil sie tiefere Forschungen über die germanische Urzestund deren Zusammenhang mit der großen allgemeinen Weltreligicneiner Gcittz, anderer Seits über Alter, Bühne, Seit undmuthmaßsich«» ,Bs. des Gedichts-veranlaßt hat! Jene Urzeit-'indem sie -das ftüMr !
noch ungesonderce kräftige Leben der Kölk-r umfaßt, in welchem '
Geistiges und Leidliches ein fast ununterscheidbares, gleichsam aufEinem j
Stengel sitzendes Doppelgewächs sind, muff'Mtürlich für den tiefer !
itt die Geschichte des gdttwenschlichen Geistes eingehenden Forscheranziehender seyn, als dies in vielfach getrübten, zerrissen?» Wider- ischeinen, wie sie die gemeinhin sogenannt» -HÜs^erlich^ Geschichte vor« iführt, sich abweisenden Begebenheiten. Indem man-aber.das wun- .dersam verschlungne, sich seihst in erhabner Haltung tragende und in i
gegenseitigen reiche» Spiegelungen disi-Natur und des Geistes,-und i
ihrer -gemeinsam nur mctamorphofisch ausgespLochne» Kraft, dabgr, .
stellte Lehen der Jdee^nicht zu laffbN'-vermNhts, und an dasjenige,' '
was in Überlieferungen und Symbolen d-t Sprache leis und-ge- !
heimnißvoll angedeutet webt,--Lnfoderungsn-macht«, wie sie eine ^
»iellßicht noch MiAvbrständne sind'einseitige Geschichtskcitik an die ^
sogenannte^Geschichte macht, zerstörte Man mit dem Sauber auch -denorganischen Zusammenhang und die Einheit des Einzelnen mit demGanzen, das Unverstand»?- für unbe:stündlich Uilb Altweibermährchmeinsprechend. Gleichwohl ist gewiß, büß steintzs eMzigen Wells Gei-steseigenthümüchkeit sd' aStzetrenntsist' vbii chem Ganjen derrMensch-heit, daß sie nicht eine aus dem groM Orean dir Geistcrab- und in ihnzu-siücksließenve wäre. Ist es denn auch wohl denkbar, daß dÄ Aüsgangt-punkt unserer neuen Zeit/ffene große -Völkerwanderung'-und Wrrmi-fchung , etwas so Nnsertig'Lbgeschmtteües gchvesen, daß nichts Ge- -»»einsames sieLusammengehalteü, da doch didsMemeinsame sich demkindlich crbabnen Geiste- manm'chfaMg i»' wunderbaren Lönen undAccorden verräth? Ist es glaublich,-baß dksj'trotz allen Schweigensund Mangels an sdgenllNnten historischen NdtlzMüüvd Nachweisunge»-dennoch ii> der Poesie, immer also dem asigdlkiteten, zweiten Leben,durchgreifende Beziehung uüd Anknüpfung an das Morgenland soganz -gründ- und bodenloses Hirngespinst sey) da doch die Sprachegleichsam ihre Fühlfädeü-soweit ausstreckt, daß sie Sage und Idee,wenn auch leise, berüi-rt? Sind denn die in den großen "germani- ,schen Fabelkreisen vorkommenden, die Zeitrechnung so trotzig vcr- -letzenden Beziehungen Ves Spätern auf das- Frühere für einen ab-soluten Irrthum , und verstockt« Unwissenheit'zu halten,- da ja dochoft eine Berichtigung so Höchst wohlfeil war? Ist es nicht glaub-licher, daß irgend eine-gemeinsame religiös'anklingende, nur imZeitenablauf mehr vetschwemmte und abdäMmernde Idee das Bandfür beide gewesen?'Doch hier ist der Ort nicht, dies ausführlich'Merweisen. Genug, auch das Nibelungenlied ruht auf vielfach ver-fchlungnen, in dem Strom der Zeiten zu uns hcrabgeschwommenelynamentlich auf V.ranlaffung des norwegischen Königs- Haksn durchMiörn von Nidaros (Orontheim) gesammelten, und von Perings-skiold (Stockholm 17,5) herausgegcbnen zwA'Mähren, der (neuerlichwieder von Hagen in drei Bänden mitgetheilten) Wilkina undKiflungasaga, welche letztere wieder auch in der Edda vorkommt.
So macht das Nibelungengedicht ein Glied der großen Heldenurzeit«us, über deren Gliederung das nun zu hoffende Heldenbuch uns«neyr Ausschluß geben wird. Eine jüngste, vielleicht vierte Umgestal-tung und Bearbeitung jener Nistungasaga ist unser Heldenlied, me