6y,2 Nicolai (Chr. Fr.>
stadt) und I. K. Lavater, Berlin 1788; und die letzte Erklä-rung über einige 11 eueiUiibiNigkeiten indem den HerrnO. H. Pred. Stark betreffenden Streite, Berlin. 1790.Nachdem Nicolai das große Werk der A. D. B. in Gang gebrachthatte, wandte er seit dem I. 1770, seine Studien auf die Staats-Finanz - und Handlungsverfassung des preußischenStaats. Bei seiner' Verbindung mit mehrern bedeutenden Männernkonnte er vieles prüfen und sammeln, was auf den Charakterund die Handlungsweise Friedrichs II-Bezug harte. Diesechs Hefte charakteristischer Anekdoten vom König Fried-rich II und vsn einigen Personen, die um ihn waren,nebst Zweifeln und Berichtigungen über schon gedruckte Anekdoten(Berlin und Stettin 178z bis 1792) welche Nicolai nach dunTode des großen Königs herausgab, haben daher fast ohne Aus-nahme historischen Werth. Überhaupt war es für Nicolai's Bil-dung und Wirksamkeit wichtig, daß seine Jünglrngsfahre und seinmännliches Alter in die Zeit der Regierung Friedrichs des Großenfielen. Dieser Monarch, der zuerst durch freie Untersuchung Vsrur-' theile aller Art bekämpfen ließ, entwickelte dadurch die Kraft dergesunden Vernunft und des praktischen Wissens unter den gutenKöpfen seiner Nation; und Nicolai's Streben erhielt dadurch einefeste und gesicherte R-chtung. Sein Studium der brandenburgi -scheu Geschichte in allen ihren Theilen erwarb ihm die nähereBekanntschaft des Gtaatßministers von Herzberg. Dieser gestat-tete ihm tm I. 1777 den Gebrauch des königlichen Archivs, umseine im I. 17Ü9 erschienene, nicht nur topographische, sondernauch historische Beschreibung von Berlin und Potsdam zuverbessern. Er durfte selbst von den für Verfassung, Cultur undSitten Wichtigen Urkunden Abschriften nehmen. So ward diesesWerk, nach seiner dritten Ausgabe, Berlin und Stettin 1786, 8-z Bände, ein Muster für ähnliche Topographien. Der Anhangdazu enthält eine Nachricht von allen Künstlern, die seil demdreizehnten Jahrhunderte in und um Berlin sich aufgehalten ha-ben, und deren Kunstwerke daselbst noch vorhanoen sind. GleicheUnterstützung fand Nicolai bei allen Staatsbehörden, als er im J>1791 die Unrichrigkeiten, durch welche der Ritter von Zimmer-mann zu Hannover die Geschichte Friedrichs des Gro-ßen verunstaltet hatte, zu widerlegen unternommen.hatte. Er thatdies in den freimüthigen Anmerkungen über des Rit-ters von Zi m m ermann Fragen über FriedrichdenG ro-sten, 2 Th. Berlin 1791 und 1792. Nur selten fand Nicolai Zeit,dem Spiele einer lebhaften heitern Einbildungskraft zu folgen. Erwar ein guter Beobachter, und das Sonderbare, was er an Men-schen bemerkte, gab ihm Stoff zu seinen Romanen. Verstand undEinbildungskraft aber hemmten sich hier gegenseitig, daher keinerderselben die strengen Foderungen des Kunstrichters befriedigt. In-deß gehören sie als Productc der Zeit, wo Licht und Finsterniß,System, Schule und Originalität mit einander kämpften, der L>te-rärgeschichre an, und machten zum Theil, als sie erschienen, Auf-sehn; auch verwickelten sie Nicolai in kleine literarische Händel.Sein vorzüglichster Roman: Leben und Meinungen des Ma-gisters SebaldUs Nothanker, sollte die Verfolgungssuchtder Orthodoxen in >h'er Blöße zeigen, Denkfreiheil empfehlen,Heuchler entlarven, Schwärmer zur gesunden Vernunft führen und