Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
691
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Nicolai (Chr. §r.) 6y r

wobnheitsmeinunacn mit Erfolg; sie unterwarf jedes neue Systemeiner strengen und scharfsichtigen Untersuchung; und wenn sie zuletztsich selbst, d. h. ihren unbefangen fortstrebenden Erkenntnißtrieb,überlebte, so weckte ihr Widerspruch die'stuten Köpfe unter ihrenGegnern, so daß sie dennoch bei einer vierzigjährigen Dauer aufden Fortgang der wissenschaftlichen Cultur aller deutschen Sprach-zenoffen wesentlich einwirkte. Von der allgemeinen deutschenBibliothek sind erschienen 107 Bände und 2i Bände Anhang,Berlin und Stettin 1765 bis 1792. Mit dem legten Bande hbrteNicolai auf, Herausgeber zu seyn. Die Fortsetzung erschien mitdem Titel: Neue allgemeine d. B. zu Kiel. Bom LöstenBande an aber übernahm er die Redaction auss neue. Merkwür-dig ist seine Vorrede zu diesem Bande. Er schloß das Werk im, I. 1805. Als die A. D. B. ihren Anfang nahm, herrschtein' Deutschland ein großes Zwiespalt unter den Theologen.Einige hielten den Buchstaben der Glaubenslehre für eins mit derTheologie, Andere trennten Religion und Theologie, indem sie letz-tere als Wissenschaft der strengsten'Kritik unterwarfen, dadurch abereiner oft kühnen Hypothesen- und Systemsucht die Thore bffne-ten. Diese wissenschaftliche kritssche Partei der Theologen, zu denenu. a. Semler und Teller gehörten, gründete das Ansetzn derA. D. B. Zn der Folge aber gab man der A. D. B. nicht ohneUrsache Schuld, daß sie viele Schriften, die es verdienten, nicht gründ-lich würdige, daß sie sich auf kurze Urtheile beschränke, die, be-weislos hingestellt, den Vorwurf der Einseitigkeit, und, stark ge-sagt, um Eindruck zu machen, den Tadel der Unbilligke-t erfuhren.Ungeachtet die Bibliothek von ihrem Entstehen an ihre vorzüglichsteRichtung gegen Theologie und Philosophie binnabm, so traf jeneBeschuldigung doch auch Pas Fach der schönen Literatur. Man rückteihr eme Vorliebe für gewisse Dichter und eine Abneigung gegenAndre vor; man behauptete, daß sie im Reiche des Geschmacks, wieim Reiche der Gelehrsamkeit, nach Alleinherrschaft strebe, und daßsie überhaupt das Neue nicht gerit aufkommen lqffe. Doch die mei-sten Gegner hatte die A. D. B. durch den herben, aus den Litern»turbriefen in die Bibliothek übergegangenen Ton sich zugezogen.Sie sorgte überhaupt mehr, aufstrebende Geister mit übertriebener: Streng« von Verirrungen abzuhalten, als sie in ihrem Fluge zu er-muntern. Der größte Theil dieser Gegner feindete daher den Mit-arbeiter und Herausgeber Nicolai persönlich an, that aber darinihm großes Unrecht. Doch verwickelte er sich auch selbst durch mancheseiner Schriften, besonders durch seine Reisebeschreibung und seineAngr.iße auf die kritische Pbilosophie, in gelehrte Streitigkeiten.Wir nennen unter denen, welche gegen ihn schrieben, nur Garve,Herder, Wielclnd, Fichte, Blu mauer, Riede l, La vaterund Sailcr. Am lebhaftesten wurde der Streit, als Nicolai,Biester u. a. Gelehrte in der berliner Monatsschrift u. a.a. O. auf die gefährlichen Umtriebe mancher geheimen Gesellschaften,auf Hz, unmerkiiche Verbreitung des Eatholicisnius und auf da»Daieyn verkappter Jesuiten aufmerksam machten. Sie sahen offen-bar zu viel. Der Streit ist jetzt vergessen; doch führen wir ausdem damals geführten Schriftenwechset.an: Fr. Nicolai's df-fentliche Erklärung über seine geheime Verbindungmit dem Illuminatenorden; nebst beiläufigen Digres-sloneu, betreffend Hrn. Z. A, Stark (Oberhofprediger in Darrn-

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