Band 
Sechster Band. M und N.
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Nicthanmier

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z>! wirken anfing, drückten unser liebes Deutschland zwei große,lange vorher enlsiandcne, jetzt aber immer mächtiger um sich grei-sende Übel: erstlich eine kecke und anmaßende Aufklärer«, welchesich mit dem Verdienste der Verscheuchung des Aberglaubens stolzblähte, im Grunde aber alles spcculalive "Denken anfeindete und zuverdrängen suchte; dann aber eine fast ausschließende Richtung derCultur auf Industrie und Gewerbfleiß, weiche über dem Nützlichenlind Einträglichen alles Reingeistige und Ideale in Kunst undWissenschaft als völlig unbrauchbar geringschätzte. Klein war da-mals die Zahl der Deutschen, welche voraussahen, wohin ein sol-cher Zustand der Entgcistung am Ende das deutsche Wölk führenmußte. Nur den besten Köpfen leuchtete es ein, daß dadurch im-mer mehr und mehr jede Erhebung desselben über das Irdische ge-lähmt, jedes Leben desselben in Ldeen zerstört, jeder Aufschwungdesselben zu echten patriotischen Gefühlen zurückgehalten und jederKeim von wahrem Muth zur Behauptung von Selbstständigkcit lndemselben erstickt werden mußte. Sie fühlten, wie nothwendig essey, die Herrschaft eines so verderblichen Zeitgeistes zu stürze«, unddie echte, von dem Erdgeiste vertriebene Philosophie wieder herzu-stellen. In der kleinen, aber muthigen Schaar dieser geistreichen- Streiter für eine heilige Sache erschien als einer der Ersten auchNiethammer. Theils für sich, rtzeils vereint mit Fichte und andernEdlen kämpfte er in Schriften und öffentlichen Lehrvorträgen sieg-reich gegen das damalige verwegne Eindringen eines schädlichenund gesayriichen plumpen Realismus in den ganzen Umkreis mensch-licher Bildung, und strebte dagegen, seine Zeitgenossen zur Wiedcr-ernerierung eines geistigen Lebens in sich dadurch zu vermögen, daßer ihnen klar erwies, daß die Idealität der Wahrheit und die Wahr-heit des Idealen in Wissenschaft und Kunst, in Philosophie undReligion und im ganzen menschlichen Leben etwas von aller Wer-'vunst als Wahrheit Gefedertes und Vorausgesetztes sey. Durch dieseheilbringende Wirksamkeit in dem Gebiete der Wissenschaften zog erdu Aufmerksamkeit der weisen königlichen bayerschen Regierung aufßch, und er war einer der auswärtigen Gelehrten, die sie 180z«ach Würzburg berief, um zu einem neuen kräftigen Umschwung derWissenschaften und Künste rn ihren Staaten mitzuwirken. Als-iiayern 1805 Würzburg >m preßburger Frieden abtrat, wurde erda als protestantischer Kreis.-, Consistorial- und Schulrath«ach Bambcrg im Mainkrcise, und vönda i8ostals Central-, Schül-«nd Studienrath nach München versetzt. Längst schon hatte-er mitinnerster Wehmuth gesehn, wie, in Folge des bloß auf Erwerb ge-richteten Zeitgeistes, fast überall in Deutschland die Unterweisung«der materielle Gegenstände der Außenwelt kühn den Unterricht übergeistige Gegenstände der Innenwelt aus den Schulen verdrängte,L'k "lan über dem ErwcrbSzweck und dem Brotstudium völlig«. ^tidtum der alten classischen Welt und mithin auch aller ech-ten Philosophie vernachlässigte, und eben dadurch die Schulen all-gemeiner Bildung fast in bloße Berufsschulen ausarteten. Bei die-- ^ ^kehrten Zustande der Pädagogik geboten Zeit und Vernunfteine Rewrm des Schulwesens. Niethammer, dem die Stelle, wor-aus er jetzt stand, die nachdrücklichste Mitwirkung an derselben zur,,pp«ten Pflicht zu machen schien, sprach seine schon längst genähr-«en ^deen darüber in seiner vortrefflichen Schrift über Philanthro-Lmismus und Humanismus öffentlich aus. Sie fanden die Zustim-