702 Nießbrauch Niethammer
annehmen, ja mit mehreren Ästen bis in die Nierenkelchc sich fort isetzen. II. l
Nießbrauch, u-nis kructus, der Gebrauch des Ertrags, G« snusses, oder Nutzens einer Sache, das Recht, dieselbe nach gewiss«! hBestimmungen zu benutzen. Man unterscheidet nämlich beim Eigen.' «tyumsrechte (für cioinaarii) draierlei Rechte: i. den wirklichen, voll kständigen Besitz der Sache, 2. das Eigenthum oder Proprietär, uft i ^das Benutzungsrecht. Die Proprietär gibt dem Eigenthum! I ^Rechte über die Bestandtheile, woraus die Sache besteht; der Rich i ^brauch enthält das Recht- sich allen Nutzen, den man aus der Satz! ! "ziehen kann, zuzueignen, und ist daher eine Art der sogenanntt» ^persönlichen Servitut. Die Verhältnisse des Eigenthümers z!in>. ^ »Nießbrauch» oder Rießnutzer (n-utiuotuoiins), welche gewöhnlich *durch' den Vertrag,, der die Servitut bestellt, festgesetzt sind, he- ^den indessen oft viele streitige Fragen veranlaßt, wohin vorzüglich ^die gehört, ob der Rießnutzer in der zu Nießbrauchenden Sache, sei- ^nen Einsichten nach, nützliche Veränderungen ohne Borwiffen uÄ ^Einwilligung des Eigenthümers vorzunehmen berechtigt sey. j
'Riesen, im Niedersachfischen prusten, bezeichnet die mit «ß ^ ^nem gewissen zischenden Geräusch und plötzlicher Jusammenziehlinz ^ jder Muskeln des Unterleibes und derer, welche auf die Lunge wir- 'ken, verbundene Ausstoßung der Luft, vorzüglich aus der Nase, da s -ren Geruchsnerven in Bewegung gesetzt worden sind. Unter dt» ! 'Thieren nies't nur der Hund vollkommen wie der Mensch. Da «in . 'anhaltendes heftiges Niesen, welches aus dem Einziehen eines freW § 'den Körpers in die Nase oder wie beim Schnupfen aus eine« »krampfhaften in der die Rase inwendig bekleidenden Schlermhi»:.' 'entsteht, kann bisweilen, besonders bei schwächlichen Personen, g« ,fährlich und durch das Einspritzen lauwarmer Milch oder lau» §
Wassers oder durch das bloße Einziehen des Dampfes von warme« 'Wasser gehoben werden. — Die Gewohnheit, jemanden beim Nie-sen Gesundheit zu wünschen, ist so all, daß schon der großr Fcr- .scher Aristoteles zu Alexanders Zeit ihren Ursprung nicht mehr an-zugeben wußte. Es ist daher wohl möglich, daß uach der Behaus- ^
tung Einiger schon der Erzvater Jacob oder Prometheus G.suiid- ,
heit gewünscht, oder daß die Sitte bei einer Krankheit entstanden ^sey, in welcher das Niesen das Aufhören der gefährlichen Crih« ^verkündigte; nur beweisen läßt es sich nicht mehr. ' - ,
Niethammer (Friedrich Jmmanuel), der Philosophie und ,Theologie Doctor, der königlichen Akademie der W-ssenschaftk» .
zu München außerordentliches wirkliches Mitglied, königlich daher- ^scher Central-, Schul-. Studien- und Kirchenrath bei dem gehen .
men Ministerium des Innern, ist zu Beilstein im Wirtembcrgi- <
sehen den 24sten März 17ÜÜ geboren. Im Jahr 17YZ trat er j-r ^
Jena nach erlangtem Doctorate in der Philosophie und .Theologe ^
als Professor dieser Wissenschaften öffentlich auf. Ein Geist gründ- ^licher, rief eindringender, umsichtsvoller und parteiloser Untersuchung/und eine Methode, welche immer den Stand der jedesmaligen Fragt ^aus dem historischen und wissenschaftlichen Standpunkte allseitig g>- ,
nau bestimmte, und den Gegenstand derselben in scharfer und lichr- ^
voller Erörterung erschöpfend abhandelte, offenbarte sich in den ^Borlesnngen und Schriften desselben so deutlich, daß seine Zuhörer ,und Leser die ausgezeichnete echte philosophische Larstellungsgaar ^desselben laut anerkennen und bewundern mußten. Zur Zeit, wo«