Band 
Sechster Band. M und N.
Seite
719
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Nordhausen Nordische Mythologie 719

. renz von dem..damaligen König von Dänemark, Christian >'k-, denBefehl, nach Ägypten zu leisen. Eine Ze-t nach seiner Rückkehrerhielt er die Erlaubniß als Volontär in englische Dienste zu tre-ten. In der Absicht, seine Gesundheit wieder herzustellen, ging erhierauf nach Paris, wo er im Jahre 1742 starb. Die Resultateseiner Reise nach Ägypten hat, die königliche Akademie zu Eouenha-i am unter dem Titel: Vo^axs* ü'QLvprv er llo d>»dis, s Lände! Folio, 1751 herausgegeben. Dieses Werk wird sowokl «wegen der^ Glaubwürdigkeit der darin enthaltenen Nachrichten, als wegen lers äußerst lehrreichen angehängten Kupfertafel» noch jetzt außeroroent-i lich geschätzt. '

Nord Hausen, im niedersächstschen Kreise am Fluß Zarge ge-legen, ehemals eine freie Reichsstadt. Das Stadtgebiet berrug erneQuadratmeile, worin nur ein Dorf lag. Im I. 1802 zählte manmit, Einschluß der Stadt 8700 Einwohner.. Diese haben anfern;liches Gewerbe mit Getraide und Branntwein, der wegen seinerGüte bekannt ist, inglciche» mit Rüb- und Leinölschlagen. DieStadt selbst hat sechs Ölmühlen und außerdem noch mehrere inden umhegenden Gegenden in Pacht. Man fuhrt jähr! ch für 200,000Thaler geschlagnes ül aus. Der Reichsanimlag war 52 Gulden^ M Kreuzer, der Beitrag zu einem Kammerziel 94 Thl. 625 Kr.Im I. 1802 wurde Nordhausen bei dem Entschadigungsgeschaft anPreußen gegeben, von diesem im tilsitcr Frieden abgetreten, underwartet jetzt (April igig) sein künftiges Schicksal von den Bestim-mungen des wiener Kongresses. , > '

j Nordfsche Mythologie ist ein Werk der Scalden, d. i.der alten nordische» Sängerin Dänemark, Norwegen, Schwedenund Island. Wie überall die Religion und Bildung von der Poe-sie ausging, so auch hier. Und zwar gab auch hier die Eosmogo-nie den Grund der Religion; eine Cosmogonie, deren Groteskeszugleich von der wilden Phantasie ibrer Urheber und der Beschaffen-heit des Landes zeugt, wo sie entstand. Hier ist das Wesentlichevon ihr. — Unten war nicht Erde, oben nicht Himmel, nur Ab-grund war und Nebelwelt (Nifldeim), worin der Brunnen floß,der nach allem schnappt (Hwergelmer). Zwölf Flüsse, Eliwagargenannt, gehen aus diesem aus. Als diese sillsssd wert von ihremQuell entfernt, daß der darin enthaltene Saft verhärtete, da ran-nen sie nicht mehr, sondern-gefroren zu Reif, und ein Reis wuchsüber den andern bis in die Kluft des großen Abgrunds, die davon:ganz ausgefüllt wurde. Mitt-igswärts von der Nebcüvelt wacFeuerwelt (Mußpellheim), Aus jener kam alles , dunkel und kalt,aus dieser heiß und hell. Da nun heißer Wmd aus ihr herüber-wehte auf den Reif, so schmolz und troff er, und die T opfen wür-ben durch dessen Kraft, der den Wind gesendet, lebendig, und esentstand daraus Vmer, der Riese des Eises. Diesem wuchs unterseinem linken Arm ein Männchen und ein Weibchen hervor, und seineiner Fuß zeugte mit dem andern einen Sohn. Aus ihnen entstan-den die Eisriesen. Aus den Tropfen des Reifes entstand aberauch die Kuh Audumbla, deren Eitern vier Milchströme entflos-sen, von denen Umer sich nährte. Die Kuh nährte sich vom Be-lecken der salzigen Reifsteine. Als sie dieß eines Taaes that, siere,da wuchsen am Abend' aus dem Steine Männerhaare, am andernKag ein Menschenhaupt, am dritten ein ganzer Mann, den manBure nennt. Dessen Sohn war Bor, welcher Belsta, des Nie-