' Nordische Mythologie 72 z
Fn'gga; Eyra, die Götterärztin; Gesione, Göttin der Keusch-heit, die selbst Jungfrau, alle keuschen Jungfrauen schützt, und ste,sterben sie unvermählt, in ihre himmlischen Wohnungen aufnimmt;8ylla', jungfräulich wie Gesione, mit schönen Locken und goldneinStirnband, ist Bertraule der Geheimnisse Frigga'S, so wie Gna,die einherflkegt mit der Strahle der Sonne, ihre Botschafterin.Hly« (Lyna), die sanfte, die im Unglück dem Freund die Thräneausruht, die Göttin der Freundschaft und Huld, schließt sich lieblichan mehrere Dienerinnen der Liebesgöttin an; Sibna, welche dieersten süßen Empfindungen in den Herzen der Jünglinge und Mäd-chen weckt, und zu wechselseitiger Erhörung stimmt; Lob na sLLffna),mit der Macht begabt, alle entzweiten Liebenden zu vereinigen Undzu versöhnen; Wara, die Göttin der Hochzeit und. Ehe, die diegebeimen Berträge und Schwüre der Liebenden hört, und, eine strengeRächerin aller Untreue, die Treuen zum Bunde einweiht. Sno-tra, die Göttin der Sittsamkcit, ist die Schätzerin der sittsamen' Jünglinge und Mädchen. Für Wöra, der allerforschendcn und prü-fenden, bleibt kein Geheimniß im innersten Herzen verborgen; Sy-nia, Wächterin des Himmels, eine Göttin des Rechts und der Ge-rechtigkeit, macht die Meineide offenbar, Bon einer besondernWichtigkeit sind aber noch die Nornen «ud Walkyrien. Einegroße Esche gibt es, Ugdrastl, den Weltbaum über dem Brunnender Urzeit. Ihre Zweige verbreiten sich über die Welt, ihr. Gipfelreicht über die Himmel hinaus. Sie hat drei weit von einander. entfernte Wurzeln, bei den Göttern, bei den Riesen, und unterHeia. An der mittlern Wurzel ist der Brunn der Weisheit, Mi-nierS Brunn; a» der himmlischen Wurzel die heilige Quelle, beiwelcher die Götter Rath halten und ihre Urtheile kund thun. Im-merdar steigen aus dieser Quelle drei schöne Jungfrauen hervor,Urda, Werandi, Skulda, Berganaenheir, Gegenwart, Zu-kunft. Sie sini es, die den Rath der Götter, der Menschen Schick-sal und Leben bestimmen, und durch ihre Dienerinnen hülfrcich oderstrafend auf ibn wirken. O'mn aber auf de.' Eiche stet ein tldler,der weit umher blickt; ein Eichhörnchen läuft §uf und ab am Baum;vier Hirsche durchstreifen seine Äste und benagen die Rinde; dieSchlange unten nagt an der Wurzel, Fäulniß an den Seiten desBaums: — aber immer schöpfen die Jungfrauen aus dem heiligenBrunn, und begicßen ihn, daß er nicht dorre. Das Laub der Elchethaut sähen Tha», die Speüe der Bienen; über dem Brunnen sin-gen zwei Schwäne. Was kann man hier anders hören als Leim-dails Lied vom Schicksal des großen Wclrbaums, die Stimmender Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Rathe der Götter IEwig erschallen hier diele Stimmen, denn die NornenSie sehen Gesetz«, bestimmen dos LebenDen Söhnen der Zeit, und der Sterblichen Schiekfol.
Die Götter selbst suchen die Weisheit der Nornen zu erforschen,der ernsten und erhabenen Göttinnen, die über alles walten. Deß-halb wurden ste hoch ve»eh-t, und man erbaute ihnen Eapellen, indenen'man sie um das Schicksal befragte. — Die Walkyrien oderDisen sind furchtbar schöne Wesen, weder Töchter des Himmelsnoch der Hölle, nicht von Göttern gezeugt, noch im Schovß un-sterblicher Mütter gewiegt. Daber tiefes Schweigen über ihren Ur-sprung. Ihr Name heißt T odten wähleri» nen (von Wal,Haufen Erschlagner, woher Wahlplatz, Kyria, küren, wählen).
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