722 Nordische Mythologie ^
Gemahlin, "bewundert mit bescheidenem Auge den Geist des Gatten.Mit ihr erzeugte er den Forfete, den friedlichen Sohn, der demRegenbogen vergleichbar ist, wenn er aus der Wolke der Nacht her-abstnkt. Er schlichtet allen Streit, denn alle, die dem Gott der jEintracht nahen, kehren mit versöhntem Herzen zurück. Sein Pa-last Glitner ruht auf goldnen Säulen. — Niord, der im ^Sturmwind die brausenden Schwingen schürtclt, daß alles erbebt, ist ,der Gott der Winde, des Seewesens, des Handels und des R-ich- "thums, denn alle diese hängen dem Insulaner vom günstigen Windab. Mir seiner Gemahlin Skada, einer Tochter des Bergries!»Lhiasse, erzeugte er Frei und Freia, beide schön, wohlthätigund mächtig. Frei, der einher schwebt im Lichtkleid des Früh-lings, welches glänzt wie die Flur im röthlichcn Strahle, ist Be-herrscher der Sonne, und von seiner Güte hängen Regen und Son-nenschein, wohlfeile Zeit und Thcurung ab. In Alfheim, wo dchElfen wohnen, herrscht er. Statt eines Rosses reitet er, auf einemEber mit goldnen Borsten. Gerda, Gymecs Tochter, .ist seineGemahlin. — Freia ist ein« der Göttinnen der Liebe. Ahr Augeist ewiger Frühling, Racken und Wangen Licht. Die sanfteste und,gütigste aller Göttinnen ist sie eine Freundin des süßen Gesanges,und erhört die Menschen so gern. Magst du sie schauen zu Tagoder Nacht, so ist sie Freia, und sie sprint, auch wenn sie schweigt,die Empfindung verräth ihr Herz. Mit ihrem Gemahl Odur, densie verlor und um den stc trauert, erzeugte sie zwei Töchter: N os-sa, aller Schönheit und Anmuth Urbild, und Gerscmi. — Tyr,cia Sohn Odins, der muthige Gott, im Bücke Todeswundeu, er-scheint hoch wie die Tanne und schw ngt den Blitz der Schlachten. !Alle muthigev Krieger stehen in seiner Gnade, oüschon er nicht ei-gentlich der Gott des Kriegs ist, sondern vielmehr der Srärke undUne schrockenhe-t, und kein Freund gütlichen Vergleichs. Sehr ver-schieden von ihm ist sein B.uder Braga, der Gott der Weisheitund Dichtkunst, die nach ihm Braguc heißt. Er erscheint mitgoldner Tclyn, und belebt die Saiten, daß sie lieblich ertönen.Seine Gemahlin ist Jduna, welche die Apfel der Unsterblichkeitbewahrt, die sie den Helden beim Eintritt in Walhalla i» goldenenSchalen darreicht, jene Apfel, die allein der Götter ewige Jugend ,erhalten. — Söhne Odins sind ferner H erm o de, der allgemeine ^Bote der Götter, mit Helm uno Panzer bewaffnet; Vidar, stark >wie Thor, der Gott der Verschwiegenheit; und Wale, der Gottdes Bogens. Ein Sohn des Loiinerers Thor war Uller, vonschöner Gestalt, Meister im Pfeilschießen und Schriltschuhlauf, dervon den Zweikämpfcrn angerufen wurde. Ein silberner Reif um-fließt die Blume seines Kinne; sein Gebiet ist Italic, d. i. die.Regcnthälcr. — Von sehr geheimnißoollem Wesen find folgendeGötter: Ho der, der blinde Gott, Balderö Mörder, dessen starkeThat die Götter nicht vergessen, dessen Namen sie aber nie mögenaussprechcn höre». Heimdall (Himindal), ein Sohn von neunRicsenschwestern, am Rande der Erde geboren, ein großer, wun-derbarer Gott, ist Wächter am Bifrost, der Himmelsbrücke (Re-genbogen), gegen die Riesen. Sein Auge sieht bei Nacht wie beiTage, sein Ohr hört wachsen das Gras auf dem Weide und dieWolle auf dem Vließ der Lämmer. Er erscheint mit tieferer Stirn,das Auge auf die ruhige Brust gesenkt. — Unter den Göttinnensind noch zu bemerken: Saga, die erste unter den Göttinnen nach