)
d
s
f
e
e
r
r
r
)
r
!>
e
r
e
l
e
e
i
c
e
r
k
c
r
>
Normaljahr Normänner 727
Einwohner und außer einer gut eingerichteten Schiffswerft- nichtunbedeutende Manufacluren und Fabriken.
Normalja hr heißt das Jahr 1624, da der fünfte Artikel deswestphälischcn Friedens den erweislichen Besitzstand der kirchlichenSiechte, wie er am ersten Lage dieses Jahrs gewesen war, zurNorm annahm, nach der die kirchlichen Verhältnisse in Deutschlandangeordnet werden sollten. Besonders wurde durch diese Bestim-mung das Schicksal der geistlichen Güter und Stiftunzen entschiedenund die kirchliche Gerichtsbarkeit über katholische Unterthanen evan-gelischer Sicichsstände, so wie die Duldung evangelischer Untertha-nen catholischer Ncichssiände nach jenem Kr»ru» ga>o festgesetzt. Aufdie innern Verhältnisse der Verwandten einer und derselben Reli-«icnspartci hatte es jedoch keinen Einfluß, außer wo die Frage überdas Recht zweier Fürsten in Religionssachen entstand und dlc Lan-deshoheit streitig war. Auch hat man dies Rsrmaljahr in der Pfalz,welche schon vorher evangelisch, 1D24 aber in den Händen der Ca-tkolischen war, nicht angenommen, sondern entschied hier nach demBesitzstände vor der Wahl des Churfürsten Friedrichs V. zum König,von Böhmen. Die Trennung des deutsche» Reichsverbandes und dieVerwandlung der deutschen Fürsten in europäische Souverains hatmanches in den Bestimmungen des Normaljahrs modisicirt und jenekirchlichen Rechte mehr als sonst von der Willkür der Fürsten -ab-hängig gemacht. L-
Normalschulen find Musterschulen, deren Einrichtung zurRegel der übrigen dienen soll. Bon dieser Art waren die auf Be-fehl der Kaiserin Maria Theresia vom Abt Felbigcr in Schlesienund Böhmen eingerichteten deutschen Rormalschulen, deren Zweck-mäßigkeit jedoch die Folgezeit nicht hinlänglich bewährt hat. (S.d. Art. Schulwesen.) Jetzt gibt es in Preußen, Wirtembergund mehrern kleinern deutschen Staaten Rormalschulen nach derIdee der pestalozzischen Methode, von denen sich, weil sie erst imEntstehen sind, noch nichts Befriedigendes sagen läßt. Die vonNapoleon errichtete, und von Ludwig XVIIl. im Februar 1815 neuorganisirte Normalschulc in Paris ist eine Bildungsanstalt für Leh-rer an gelehrten Schulen, zu der jede Akademie oder Universität inFrankreich jährlich eine verhältnißmäßige Anzahl Candidatcn aufdrei Jahre sendet.' Sie unterscheidet sich von den in Göttingen,Leipzig, Berlin, München u. s. w. bestehenden philologischen Semi-narien nur dadurch, daß die Zöglinge unter klösterlicher Zucht zu»sammenwohnen. L-
Normänner. Dieses war der Name, mit welchem die Völ-ker des südlichen Eurvpa's die noch nicht in die drei abgesondertenReiche, Schweden, Norwegen und Dänemark, getheilten skandinavi-schen Rationen bezeichneten, welche vom Lten bis zum Uten Jahr->hundcrt das ganze südwestliche Europa durch ihre Kriegszüge, Er-oberungen und Sceräubereien in Schrecken setzten. Die Normännergehören zu der Classe der germanischen Völkerschaften. In Eng-land vollendeten die dänischen Normannen (welche oft bloß Dänen undvon den Engländern Easterlings, Ostmäuner genannt werden) imJahre 1016 unter Knud oder Kanud dem Großen, die schon frühervon ibnen versuchte Eroberung dieses schon seit dem Ende des gtenJabrbuiiderts von ihnen bedrohten Landes. Die Normänner beun-ruhigten die Küsten des ausgedehnten Reichs Carls des Großenund benutzten noch besser die Schwächen seiner ungeschickten Nach-