Band 
Sechster Band. M und N.
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folger. Nachdem sie Deutschland seit Carls der Großen Zeit zu »er-. !Heeren gesucht hatten, gelang es Otto dem Großen, sie zu bändigen, !indem er ihnen das Christenthum aufdrang (948). Unter Roll» ^ließen sie sich (yii) in Frankreich, einem Theil von Reustrien (dernach ihnen Normandie genannt wurde) nieder, und Wilhelm derEroberer, Herzog der Normandie, vollführte im Jahre 1066 die Er-oberung von ganz England; eine Eroberung, welche durch ihre»bleibenden Einfluß auf die Sitten, Sprache, Gewohnheiten der un-terjochten Engländer merkwürdiger geworden ist, als die früher» ^Unternehmungen der Eroberer dieses Landes. Über ihre Niederlas-sungen in Slcilie» und Neapel vergleiche man diese Artikel. 3 »Rußland, wo sie unter dem Namen Waringer oder Waräger be-kannt waren, zeigten sie sich bei der Stiftung des Reichs unterSiurik (862) besonders mächtig. Während 'dieser auswärtigen Un-ternehmungen, in welchen die Volkszahl der Normänner zersplit-tert und ihre Kraft geschwächt wurde, hatten sich die innern Ange-legenheiten des eigentlichen Wohnplatzes der Normänner so fixirt,daß die neuen Kriegszüge und Seeräubereien unterblieben und derName der Normänner sich auf diese Weise aus der Geschichte wie-der verlor. !

Rorth (Lord, Friedrich), Graf von Guilford, geb.1732 , brittischer Staatsminister von 1767 bis 1782, starb den gte»August 1792. — Das öffentliche Leben dieses Staatsmannes, sei»Einfluß auf die Volksmcinung, seine Talente, Fehler und Leiden- jschasten, seine politischen Verbindungen und, seine Streitigkeitenmit Lord Chatam, Edmund- Burke, Charles Fox, WilliamPitt u. A. hänge» mit der Geschichte des amerikanische»Freiheitskrieges wesentlich zusammen. Er gab das erste Bei-spiel in der brittischen Staatsverwaltung, einen Volks- und Han-delskrieg mit Beharrlichkeit unter den größten Anstrengungen, selbstbei empfindlichen Verlusten, bis zur gänzlichen Erschöpfung desStaates fortzusetzen, in der Überzeugung, daß die größere Geld-macht zuletzt siegen müsse. Pitt folgte dem Beispiele der Beharr-lichkeit, dos ihm Lord Rorth, sein Vorgänger und sein unver-söhnlicher Feind, gegeben hatte, in dem französischen Revolutioni- ,kriege, jedoch mit mehr Einsicht, Würde und folgerechter Fertigkeit. §Auch hatte Pitt für sich bessere Rechtsgründe, 'mehr Zusammenhangund Energie in den Entwürfen, größere Streitkräfte unter einer ^zweckmäßigern Leitung; und die ausgezeichnetsten Männer in derNation, wenige ausgenommen, schloffen sich mit aller Macht, dieibne» zu Gebote stand, fest an den Nationalwillcn und'an ihn an.Dagegen ist kein brittischer Staatsminister so gehaßt worden, undkeiner hat sich dennoch so lange behauptet, als Lord Rorth; ei»Beweis, daß er nicht gewöhnliche Talente besaß, die er aber mehreigenwillig und gewandt, als weise anwandte. Durch persönlichenEhrgeiz unterschied er sich gänzlich von Pitt, der weit größere Ta-lente, vorzüglich mehr Tiefe, Strenge und Klarheit im Denke»zeigte, und dem das Vaterland über Alles ging, Pitt lebt daherfort in der Bekehrung der Ration. Der Club, der seinen Rainenführt, feiert seinen Gedächtnißtag. Lord Rorth hingegen ist ver-gessen. Ihn stürzte der Haß der Zeitgenossen, und die Nachweltverwarf seine Rechtfertigung. Indeß darf ihm der unglückliche Gangdes amerik anischen Kriegs nicht zur Last gelegt werden. Er kampi«gegen die Freiheit selbst an; Pitt aber nur gegen «ine politi-