Napoleon 769
Gewalt den Feind zu überraschen, und im Fluge ihn zu besiegen.Er suchte die Fübrer der Armee zu überzeugen, daß sie aus ihremVertbeidiaungssyüem heraustreten, und, obwohl m t viel geringererund schwächerer Macht, selbst angreifend dem Feind begegnen müß-ten. Piemont, bis wohin seilst ihre verwegenste Hoffnung sienicht führte, stellte er als das noluwend ge Zielkauf, und rietd, inEinem verheerenden, unaufhalts men Strom darauf loszubrechen.Doch ein unerwartetes Eteigniß bewmtc seinen Flug. Robespierre,und mit ihm die terroristische Regierung w r gefallen. Der Nationnalconvcnt wollte dem Terrorismue ein Ende machen, und sendetein alle Provinzen und zu'allen Armeen der Republik Abgeordnete,die Terroristen zu entwaffnen. In Nizza, wo Napoleon sich be-fand, und eben noch ienes furchtbare System mit'gränzenldsem Un-gestüm predigte, erichien der Deputiere Beffroi, der ihn sogleichaußer D enst setzte und gefangen nehmen ließ. Zwar erhielt epbald seine Freiheit w oder , verlor aber- seinen Posten bei der italie-nischen Armee. Er eckte nach Paris, dort zu klagen, Und .sich zurechtfertigen. A^er vergebens wendete er wiederholt stch.yn.Lü,bry, der damals im Wohlfahrtsausschuß Präsident des Krlegsco-Mites war, und unversöhnlich die Terroristen haßte. Er blieb sei?ner Stelle entsetzt, und' war nun auf einmal aus seiner Läufbühsizurückgeworfen. Wenige Freunde unterstützten ihn bei seinem stei-genden Mangel. Vergebens verwendeten sich seine Gönne? füb ihn,So viele gescheiterten Plane, die Vernichtung glänzender Hoffnungenerfüllten seine Seele noch mehr mit-finsterm' Unmuty, Menschenhaßund Verachtung. Er beschloß, Frankreich zu verlaffeii, und sich indie Türkei zu begeben, um bort sein Glück zu versuchen. Er hieltum die Erlaubniß dazu beim Wohlfahrtsausschuß an. Aber J'easiDebry und Frero» sprachen nun zu seinen Gunsten, und es w'acdihm ein neues Commando be> der Artillerie in Holland übertragen.'Eben bereitete er sich, dabin abzngeh», als. er zu einem belohnender»Unternehmen in der Nähe gerufen'ward. Der Nationalcosiffent,welcher die Terroristen gelähmt, n cht vernichtet, zitterte noch im-mer bald vor diesen, bald vor einer angeblich royaustischen Partei.Wirklich waren mehrere parise' Sectionen gkgeü die am szsten Sep-tember 1795 proclamute d ltte Constttutiön der Republik im Bund.Der Convent zog Stre tkräfte zusammen, Und wählte zuverlässigeGenerale Barras empfahl Bonaparte. Jener erhielt, denOberbefehl; diesem ward das Unteecomm'ando anvertraut. Er ent-sprach den Erwartungen, als am löten October in Paris der Kampsder roy.ckiü schen Partei gegen die Eonventstruppen ausbrach. Er'half zum S^eg der letzter» am meisten. In Strömen floß unter sei-ner und seiner Untergebenen Hand das Blut der M tburgcr. So schiener an Einem Tage seine» lang gehegten Groll sich küvlen zu wollen.Noch in demselben Monat ertheilte ihm bcr Nationalconvcnt denOberbefehl über die Urmce des Innern. Die neue Directorialre-gierung aber, iüe ihn nun fester an sich band, übertrug ihm zu An-fang des Jahrs 179Ü das Obercommando der italienischen Armee.So ausgezeichnete Begünstigung ward ihm durch B.rras zu Theil.Dieser hatte bis dahin in vertrautem Verhältniß mit der Wckwedes General Beauharnois, gebo-nen Taicher de Lapagerie, gestan-den. Napoleon ehlichte dieselbe am 8te» März 1796. Sem Glückschien nun fester gegründet. Seine Seele durfte größere Hoffnun-gen nähren. Sich der Lieb«, des Vertrauens der Sötdaten zu vec-<lonv. kex. (N. Bnfl.) Vl 49