Napoleon 773
ein, und drängte die feindliche Armee bis an die Gränzen Tyroksl zurück. Am zren Juni schloß er Waffenstillstand mit Neapel, das,während es sich rüstete, den Frieden suchte, und eilte nun um so. sichrer, seine Macht gegen die Österreicher zu wenden. Diese aber, waren in Tyrols Gebirgen gegen seine Verfolgungen gesichert;
. und vergebens rief er die treuen Lyroler zur Empörung gegen ihren> rechtmäßigen Herrn auf, indem er ihnen Freiheit und Unaohängig-l keit versprach. In Ober Italien selbst dichten neue Unruhen;schnell erschien er, sie zu dämpfen. Die Eitadelle von Mailandund die Feste Mantua waren noch in österreichischer Gewalt,und vertheidigten sich tapfer. Letztere schloß er ein, da es ihm anKelagerungswerkzcugen fehlte, und drang, um sich Italiens zu ver-sichern, auch in das päpstliche Gebiet vor. Am lyten Juni warenBologna, Urbino und Ferrara in seiner Gewalt, und derPapst sah sich genöthigt, am SZsren einen Waffenstillstand mit un-geheuern Contributionen und den herrlichsten Kunstschätzen, dazu mitvorläufiger Bcrzichtlcistung auf Bologna, Ferrara und Ancona zuerkaufen. Gleichgültig gegen alle Verbindlichkeiten bekräftigterVerträge drang er nun auch in das neutrale Gebiet des Großher-zogs von Loscana ein, und besetzte Livorno am 28'ren Juni,um sich der englischen, im Hafen liegenden Schiffe zu bemächtigen.Dies gelang zwar nicht, aber ein reicher Vorrath englischer Waa-ren fiel in seine Hände. Mit höhnischem Übermuth meldete er demGroßherzog den Gewaltstreich und den Bruch der Lractaten. Alsnun am 2yfren Juni sich auch die Citadelle von Mailand denFranzosen übergeben hatte, unternahm er die Belagerung Man-tua's. Dieses zu entsetzen,, und von neuem festen Fuß in Ita-lien zu fassen, drangen die Österreicher unter Wurmser (der anBeaulicu's Statt das Oberkommando erhalten) mit bedeutendenVerstärkungen an die Etsch, und unter Quosdanowich überBrescia vor, und nöthigte» mit überlegner Macht Napoleon, dieBelagerung Mantua's aufzuheben, und sich an den Mincio zurück-zuzichn. Dres rettete ihn, da er von zwei Seiten, und »zugleichschon im Rücken bedroht war. Nun zog zwar Wurmser am istenAugust in Mantua ein; Napoleon aber suchte wieder durch ra-schen Angriff der einzelnen österreichischen Armeeabtheilungen, denVortheil zu gewinnen, schlug am "ten August Quosdanowich beitzeonato, und nöthigte am folgenden Lage mit 1200'Mann, dieer selbst führte, 4000 Österreicher sich zu ergeben, da sie von seinenDrohungen sich schrecken ließen. Durch einen verstellten Rückzuglockte er nun den Feldmarschall Wurmser aus seiner festen Stel-lung, schlug ihn am 5ten August bei Eastiglione, und nöthigte ihn,da Massen« am folgenden Tage ihn auch aus dem Lager bei Pc-schiera verdrängte, sich nach Lyrol zurückzuziehen. So begann eram 28stcn August die Belagerung Mantua's von neuem, und säumtenicht, den wieder mächtig vordringenden Österreichern zu begegnen,und sie einzeln zu schlagen. Am -sten September griff er den rech-ten Flügel unter Davidovichs Oberbefehl an, schlug ihn, undrückte am 6ten in Trient ein. Rasch wendete er sich auch gegenden linken Flügel unter Quosdanowich, schlug ihn am yren beiWassano, bemächtigte sich der Stadt, und drängte den Feind überdie Brenta zurück. Wurmser, von der Hauptarmee getrennt, vonLyrol abgeschnitten, faßte den kühnen Entschluß, sich nach Man-tua mit seiner ganzen Matht zu werfen; Napoleon, der alles auf-