7y<Z Napoleon
Hilfsquellen erschöpft; die Vaterlandsliebe und die Rache der Rus-sen verschloß dem Sieger alle Aussichten. Durch kleinliche Verhee-rungen rächte sich der neue Lerres, Aber am i7ten October sah ersich genöthigt, Moskau zu verlassen, und der schaudcrvolle Rück-zug begann, der eine der größten und stärksten Armeen bis auf ge-ringe Reste vernichtete. Als Napoleon alles verloren sah, verließer seine unglückliche Armee, und floh durch Polen und Deutschland,wie von den Cosaken oder den Schatten der Gemordeten verfolgt,und traf am iLten December in seiner Hauptstadt ein, während dieTrümmer seiner Armee dex Gewalt der Elemente, dem Hunger undden Feinden erlagen. Aber noch war er nicht zur Besinnung ge-kommen, obwohl indeß auch in Spanien seine Angelegenheitenverschlimmert, seine Armee geschlagen worden. Der alte Übermuth,der freche Stolz sprach noch aus feinen Worten, und die Verblen-dung seiner Leidenschaften ging nun in jene Verstvckung über, diedas Verhängniß nie ungestraft läßt. Mit dem Anfang des JahrsI 8 isj begannen schon die neuen Rüstungen. Auch Preußen Hatteseinen Unwillen gereizt, durch die rettende Convention, welche Ge-neral Uork mit den Russen geschlossen, Spanien.zu versöhnen,die Meinung wieder für sich zu gewinnen, rang er mit List undGewalt vom Papst einen vorläufigen Vertrag zu Fontainebleau ab<am s 8 sten Januar), den er sogleich für ein förmliches Concordatausgab. Am 27sten März erklärte Preußen ihm den Krieg.Schaaren von Freiwilligen sammelten sich, und ihr Beispiel schienauch im übrigen Deutschland die Bessern zu erwecken. DieRussen und Preußen waren in Sachsen vorgedrungen. Am 2tenMai erfolgte die große Schlacht bei Großgö eschen und Lützen,in der die heldenmnthige Tapferkeit der Verbündeten endlich demGlücklichern und Stärker» wich. Denn noch einmal erschien ihmdas Glück, und verlockte ihn ins Verderben, Die Verbündetenzogen sich dämpfend zurück. Am Lasten und Listen Mai errang ereinen neuen blutigen Sieg bei Bautzen und Wurschen. Ehe derMai zu Ende ging, war er schon tief in Schlesien eingedrungen.Da ward am 4ken Juni der Waffenstillstand geschloffen, der ihnnoch einmal zu begünstigen schien. Indeß hatte Davoust des be-freiten, hochherzigkämpfenden. Ha mbu rg s sich wieder bemächtigt,und strafte furchtbar den edlen Muth. Während des Waffenstill-stands ward ein Friede unterhandelt; aber ernstlicher rüsteten beideParteien sich zur Fortsetzung des Kriegs. Das neue Glück hatteneuen Übermuth in Napoleons Seele entzündet. Aber Österreich,das lange den Frechen ertragen, und jetzt einen Frieden zu vermit-teln gesucht hatte, gesellte sich endlich zur guten Sache der Freiheit,und erklärte am roten August den Krieg an Frankreich, nach-dem am L7sten Juli Kaiser Franz das Bündniß mit Rußlandund Preußen geschlossen hatte. Im September ward dies noch,fester geknüpft, und bald durch den Zutritt Englands verstärkt.Die schwedische Armee war schon während des Waffenstillstands inDeutschland erschienen, den gemeinsamen Feind bekämpfen zuhelfen. In diesem Gedränge hatte Napoleon seine feste Haltung»nd die Sicherheit in seinen Maßregeln verloren. Dresden bliebder Mittelpunkt seiner Operationen, und seine Armee wurde durchhie immer schwankender werdenden Unternehmungen, durch Angriffebald in Schlesien, bald i» Böhmen geschwächt und entmulhigt. Dietapfer» Preußen drangen begeistert vor. Ob auch der erste An-