Band 
Sechster Band. M und N.
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Napoleon 795

zösischen Generale verwendet wurden. Desto empfindlicher litt dasunglückliche Königreich, das in seiner Verarmung einem zügellosverschwenderischen Hof und ausschweifenden König als Beute diente.Ein großer Theil Europa's war nun dem Despoten Unterthan.Nur Spanien kämpfte noch immer, obwohl unglücklich in vielenSchlachten, doch unter Held Wellingtons Führung oft siegreich;England blieb sich selber treu, noch jetzt unüberwunden; undRußland stand noch als eine gefürchtete Macht da. Napoleonsendete immer neue Streitkräfte nach Spanien; die Engländer suchteer durch Hemmung und Vernichtung alles Handels zu kränken, ob-wohl das feste Land viel schmerzlicher diese Maßregeln empfand.Das gräuliche Continentalsvstem lähmte die Staaten; Lausende ver-armten. Scheinbar wurden zwar am sfisten April igii die Deeretevon Berlin und Mailand aufgehoben; aber der Tarif von Trianon,die fortgesetzte ConfiScirung und Verbrennung der englischen undColonialwaaren schlug noch tiefere Wunden. Erbitterung, Wuth,Räch- und Herrschsucht bestimmten allein die Schritte des Tyran-nen. Er stand auf der Höhe seiner Macht, als im Jahr 1811 neueZwistigkciten mit Rußland und Schweden eintraten. Leichtwurden den Schweden ihre deutschen Provinzen entrissen. Baldsah man ungeheure Rüstungen in Frankreich gegen Rußland. Einfruchtloses Rationalconcilium in Paris beschäftigte indeß die Fran-zosen. Unbeschränkt über das weite französische Reich, über Ita-lien und Deutschland herrschend, gedachte er, alle Kräfte zu bewe-gen, Rußlands gefürchtete Macht zu besiegen. In Polen sammel-ten sich die Schaaren der französischen und verbündeten Heere; un-geheure Streitkräfte wurden aufgeboten. Die preußischen Festun-gen waren noch immer von den Franzosen besetzt. Bis an die rus-sische Gränze schien Alles Frankreich dienen zu müssen. Das Ver-trauen auf solche Macht, und eine Leidenschaft, die immer mehr iirWuth überging, verblendeten den Übermüthigen. Vergebens warenalle Warnungen; er sah nicht die Gefahr, achtete es nicht, daß seinentartetes Heer schon minder leicht als sonst zu führen und imGehorsam zu erhalten sey. Durch kecke Worte und schmeichlerischeHoffnungen begeisterte er für den schweren Kampf die Soldaten, dienicht ohne Grauen ihn begannen. Er nur ahnete nicht sein Ver-hängnis, und verließ am gtcn Mai St. Cloud. Schon am regstenund szsten Juni begann der Kampf durch den Übergang der un-übersehbaren französischen und verbündeten Armeen über den Rie-men. Die Russen wichen nach vielen blutigen Kämpfen immer tie-fer in ihr Land zurück. Mord und Brand bezeichneten alle Schrittedes nachfolgenden Feindes. Am 7ten September raubte die Schlachtbei Borodino und Mosaisk ihm unersetzliche Streitkräfte. Erober wich nicht von seinem Vorsatz, auch jetzt durch Einen Gewalt-streich, und, unverwandtes Hinwirken auf Einen Punkt, die Feindezu schrecken. Deine Soldaten erkämpften sich die Straße nachMoskau. Aber die Stadt war von den meisten Bewohnern ver-lassen; dumpfes Schweigen empfing ihn, als er am rgten Septem,bcr einzog. An demselben Tage brach die gräßliche Feuersbrunstaus, die, fast gedämpft, in den folgenden Tagen verheerend fort«wüthete, und die Hoffnung, reichen Unterhalt für die erschöpfte Ar,mee zu finden, vernichtete. Au wilden Plünderungen zerstreutensich'die Soldaten, und zerstörten bald muthwillig, bald verzwei-felnd, war auf längere Acit sie ernährt hätte. Bald waren all«