56 Tragisch Trajanus
überlassen, der englischen Flagge einen herrlichen Triumph zu ver-schaffen. Nachdem er das ganze Mittelmeer und die Nordsee durch-segelt, und lange vergeblich geforscht hatte, wohin der Feind gese-gelt sey, hatte er sich in London aufs neue verstärkt und segeltenun vor Cadix, wo die feindliche Flotte ruhig vor Anker lag. Eslag ihm nicht daran, was vorher schon vom Admiral Cvllingwood,der bei Gibraltar statisnirt war, versucht wurde, die Flotte zublockiren, sondern sie zu einer Schlacht zu bringen. Er zog sichdaher ganz von Cadix zurück und in der That lockte er dadurchdie Flotte heraus. Den lyten segelte sie aus dem Hafen, den 21.traf sie Netto» beim Cap Trafalgar auf dem H ilden Wege nachG.braltars Meerenge. Nelson hatte den Plan zu einer Schlachtseinen Unterbesehlshabern schon am 4. October auseinander gesetzt.Es bedurfte al!o dazu keines Augenblicks. In einer ganz neuenSchlachtordnung, nämlich in zwei Colonnen segelte seine 27 Linien-schiffe starke Flotte gegen die durch mehrere Escadren verstärktefranzösisch-spanische von ZZ Schiffen, welche eine Z Stunden langeLinie bildeten, und bei Annäherung der Engländer sich zum hal-ben Monoe ordneten. Nelson wurde vom Winde, wie von derErfahrenheit und Kühnheit seiner Mannschaft jedoch besser unter-stützt, als der Feind. Er durchbrach die feindliche Linie mit seinenzwei Colonnen an zwei Punkten, auf Pistolcnichußweite lagen dieSchiffe an einander unk mehrere wurden geentert, in den Grundgebohrt. Nach drei Gründen war der Kampf geendet, die feind-liche Linie auseinander gesprengt, Gravin«, der spanische Admiralgetodtet, iy Schiffe waren verloren, worunter eines von izo unddas andere von 120 Kanonen. Der französische Admiral Wil-le neu ve ward gefangen, eben so Alava, der spanische Bicead-nirral, und der Eontreadmiral Iisncros. So glücklich aberNe-son seinen Zweck überhaupt erreicht hatte, so unglücklich warder Ausgang für ihn selbst. Ein feindlicher Scharfschütze auf derSanta Trinidad erkannte ihn an seinen Orden und schoß ihn mit-ten durch den Stern, der sein tapferes Herz schmückte. In we-nig Minuten sank er als Held, jedoch wie Epaminondas vomSiege bereits bekränzt. Csllingwood übernahm statt seiner dasCominando. Vier Schiffe retteten sich und steuerten nach Ferrol,wo sie aber dem Admiral Strachan in die Hände sielen. ZehnSchiffe blieben also von der ganzen Flotte übrig, die Napoleonin. sechs Jahren mit Mühe durch die Thätigkeit der ganzen fran-zösischen Nation geschaffen hatte! 15,000 Mann betrug derVerlust an Todten, Verwundeten und Gefangenen, indeß die Eng-länder kaum igoo Dienstunfähige und Todte zählten. Übrigensward das Manöver, durch welches Nelson siegte, durch ihn selbstzum zweitenmale ausgeführt (das erste mal bei Abukir), und waran sich die Idee eines Privatgelehrten in England, der nie zurSee gewesen war. *r
Tragisch, s. Schauspiel.
Tragödie, s. Schauspiel.
Trajanus, (Marcus Ulpius) , ein berübmtev - römi-scher Kaiser, war d-r Sohn des Trajanus, eines ausgezeichnetenFeldherrn, der in d-m jauchen Kriege unter dem Vsspasian com-manoirte, der ihn zum Comul und Patricier wackte, und ihn alsStatthalter und Befehlshaber nach Syrien schickte. Der jungeTrojan begleitete seinen Barer i» einem Feldzuge gegen die Par-