Universitäten 22z
teu die Erlaubniß zu lehren und die Würbe einer öffentliche»Lehrers ertheilt. Der erste akademische Grad war der eines L->c>vLl»urei, — wahrscheinlich von dem französischen Worte d->-ckslier, womit man sonst einen jungen Menschen, der infti-nem Fache als Krieger, Künstler, Handwerker schon eine gewisseFertigkeit erlangt hatte, bezeichnete. Der zweite Grad war dereines I. i c e i> rä s ri. Wenn der Haccalaiirenr sich hinlänglichausgebildet und bei wiederl/olter Prüfung gut bestanden hatte, soerhielt er die d. h. er wurde von aller fernern Aus-
sicht und allen Pflichten, die er bisher als Lernender zu erfüllengehabt hatte, entbunden und erhielt die Freiheit, als vollendeterMann selbst zu lehren. Wenn er dann nach Erlegung einer ge-wissen Summe Gelde« die Jnsignien der Magister-Würde,das Boret, erhalten hatte, so wurde er ein College seiner bisheri-gen Lehrer und aller ihrer Vorrechte theilhaftig. Solche Prüfun-gen und feierliche Promotionen waren, wie aus Urkunden erhellet,zu Paris im Anfange des izten Jahrhunderts schon gewöhnlich.Was man in Paris Magister nannte, wurde in Bologna Doc-tor genannt. Diese Einrichtung der Prüfungen und Promotionenveranlaßte in der Folge die Entstehung der Falcultäten.Schon lange vorher existirte die kaoulcas »irinm, die Facul-tät der sieben freien Künste, nänuich: der Grammatik, Dialectik,Rhetorik, Musik, Arithmetik, Geometrie und Astronomie, oder diejetzige philosophische Facultät. Da diese Wissenschaften von denältesten Zeiten her in Paris waren gelehrt worden, so behaupteteauch die Facultät der Künste den Vorrang, der ihr jedoch in derFolge nicht mehr zugestanden worden ist. Die übrigen Facultälenwaren, wie sie es noch jetzt sind, die der Theologie, der römischenRechte und der Arzneiwissenschaft. Man nimmt das Jahr 126-,als den eigentlichen Zeitpunkt dieser Einrichtung an. Au den öf-fentlichen Anstalten, welche im izten und in den folgenden Jahr-hunderten auf den Universitäten errichtet wurden, gehörten dieKollegia, oder solche Gebäude, die auf ewige Zeiten bloß inder Absicht gestiftet wurden, damit Studirende, besonders unver-mögende, in denselben unter Aufsicht beisammen wohnen, und ent-weder freie Wohnung allein, oder auch freien Unterhalt, wohl auch«och andre Unterstützung finden möchten. Die ersten und > vorzüg-lichsten dieser Anstalten waren in Paris, aber hier, so wie auf an-dern Universitäten, arteten sie in der Folge aus, und blieben nichtmehr die Zufluchtsörter armer Studircnder. Auf den deutschenUniversitäten wurde eine ähnliche Anstalt — die Bursen — ein-geführt. Milde Geber errichteten Bursen, wo Studirende füreine geringe Miethe Wohnung erhielten. Man nannte aber auchBursen gewisse von den Lehrern der Universität errichtete Pen-sions-Anstalten, wo die Studirenden für einen bestimmten PreisWohnung, Kost und andere Bequemlichkeiten erhielten, sich aberauch gewissen Gesetzen unterwerfen mußten. Hie, welch» in solchenBursen wohnten, nannte man B ursarien, woraus in späternZeiten die Benennung Burschen entstanden. Die ersten Lehrer«uf den ältesten Universitäten wurden nicht vom Staate besoldet,sie lebten von den Honorarien, dre ihnen ihre Schüler bezahlten.Ein Lehrer, der Ruhm und zahlreiche Schüler hatte, konnte da-mals leicht Reichthümer erwerben. In der Folge erhielten die««hrrr bisweilen Geschenke von den Obrigkeiten, um sie dadurch