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224 Universitäten

mehr an den Ort ihres Aufenthalts zu Linden; spater wurden ih-nen sixe Befoldungcn angewiesen. Im Anfange des lüten Jahr-hunderts wurden auf den meisten Universitäten die Besoldungender Lehrer, und die Zahl der besoldeten Lehrer selbst vermehrt,ihnen aber auch zur Pflicht gemacht, dafür öffentliche und unent-geiduche Vorlesungen zu halten. Auf den protestantischen Univer-sitäten fand man in der Folge diese öffentlichen Vorlesungen nichthinreichend, und traf die Einrichtung, daß mehr Privat-Collegia,welche die Studirenden besonders bezahlen, gehalten wurden, unddaß eine größere Concurrenz der akademischen Lehrer in Rücksichtder vorzutragenden Wissenschaften entstand. Eine wichtige Verän-derung in der Verfassung der Universitäten brachte ii.i igten Jahr-hunderte die Erfindung der Buchdruckcrkmist hervor. Alle dieHüissmittU. die jetzt das Studiren erleichtern, waren damalsnoch nicht vorhanden; der Vertrag der Lehrer wurde dictirt, dieZuhörer schrieben ihn nach. Dabei mußte natürlich viel Zeit ver-loren geben, und der Cursus, d. h. die Zeich, die auf das Leh-ren und Lernen einer Hauplwiffcnschaft oder eines Theils derselbenverwendet wurde, mußte länger dauern. Durch die vermittelst derBuchdruckerkunst vervielfältigten Lehrbücher wurde das Dictirenzmo Nachschreiben entbehrlich, der Eursus einer Wissenschaft konnteabgekürzt, und die Zeit auf Erlernung andrer Wissenschaften ver-wendet werden. — Was von der Entstehung der ältesten Univer-sitäten in Frankreich und Jralicn oben gesagt worden, gilt auchvon den hohen Schulen Englands, Oxford und Cambridge. Dieeigentliche Zeit ihrer Entstehung ist unbekannt, aber gewiß ist es,daß sie mit zu den ältesten gehören, und schon im i2ten Jahrhun-derte ihre Einrichtung, fast ganz nach der pariser Universität, er-hielten. Die vorhin erwähnte Zerrüttung der letztern (1229) warfür die englischen Universitäten vortheilhast; mehrere berühmte Leh-rer in Paris nahmen die Einladung Heinrichs III. von Englandan, und gingen nach Oxford. Die ersten Universitäten, die inDeutschland gestiftet wurden, waren die zu Prag (1Z48) Mio zuWien (1356); beide wurden nach dem Muster der pariser hohenSchule eingerichtet, aus Leidem wurde die Eiutheilung in vierNationen angenommen. Dieser Umstand gab zum Verfall der er-ster», und zur Gründung cincr neuen Universität Anlaß. KaiserCarl IV- hatte bei der Stiftung der pragcr Universität die Leh-rer und Studirenden in die böhmische, polnische (zu welcher haupt-sächlich di- deutschen Schlosser gehörten), bayersche und sächsischeNation abgetheilt; die Deutschen halten daher durch ihre Mehr-zahl das Übergewicht über die Bohmen. Die letztern wollten denLbcrmulh der ersten; nicht meyr dulden, und Kaiser Wenzel ließsich durch das Ansehen der beiden berühmten Lehrer, Johann Hußund HleronymuS von Prag, bewegen, ihrem Antrage, aus der böh-mischen Nation drei zu machen, und alle deutsche in eine zu ver-einigen, gesetzliche Kraft zu gebe» (1499). Mehrere 'Tausendsvon'bcutschen Lehrern und Studirenden zogen hierauf von Pragweg, und gaben zur Stiftung der Universität Leipzig Anlaß, wosie sich auch in.vier Rationen, die meißnische, sächsische, bayerscheund polnische bildeten. Keine der übrigen un iZton Jahrhundertein Deutschland gestifteten Universitäten hat die Eintheilung inNationen, wahrscheinlich durch das Beispiel von Prag gewarnt,angenommen. — Die .ältesten Universitäten entstanden, wie oben