Urchristentum
lauben, die Beschnekdung, die Eabbathsfeier, die Vermeidung desGenusses erstickter Thüre und jene Fassn und Reinigungen zuunterlassen, an die da« Jue.-nthum sie gewöhnt hatte. Dagegenwar den Christen aus dem Heidenrhumc vo-n Apostel Paulus, derdie meisten gewonnen hatte, eben >s w nrg etwas von den Ge-bräuchen des MosaismuS auigrnöthigt, a!S die ,Fortsetzung desVerkehrs mit den Heiden und der Theilnahme , an ihren Opfer-wahlen gestattet worden und nur, um Zwietracht zu verböten,legte ihnen ein Beschluß d-w sogenannten ersten Kirchenvcrsamtn»lung. die die Apostel mit den Ältesten zu Jerusalem um das Jahr50 wegen solcher Verschiedenheiten Hielten, die Pflicht auf, sich wirdie Jndenchristen des Blutes erstickter Thiere zu enthalten. Obnun gleich hier durch gemeinschaftliche Übereinkunft für gegenseitigeNachgiebigkeit in unschädlichen Dingen entschieden worden war,sonderten sich doch um die Zeit der Zerstörung Jerusalems einzelneHaufen strenger Eiierer für das mosaische Gesetz unter den Chri-sten in Palästina von der Gemeinschaft mit den ädrigen ab undbildeten die wenig bedeutend geworden« Secte der- Razareneroder Ebioniten, während die Mehrzahl der christlichen Gemeinden,durch die Gewaltthätigkeiten der Juden empört/ sich von den Re-sten mosaischer Gebräuche in ihrer Sitte und Lebensart immermehr frei machten. Ungeachtet dieser Annäherung kam eS aber»och keinesweges zwischen den einzelnen Gemeinden in verschiedenenGegenden zu einer völligen Übereinstimmung, die erst seit derMitte des zweiten Jahrhunderts durch die DiScesan- und Metro«politanversaffung vorbereitet, und nach Ablauf mehrerer Jahrhun-dert durch die Macht eines kirchlichen Universalmonarchen, vonder das Urchristcnthum keine Ahnung harte, erzwungen werde»konnte. So wenig nun das Ucchristenthum von Glanz und Machtumgehen war, überstrahlte es doch die Bolksreli'gionen seines Zeit-alters durch die innere sittliche Würde seiner Brenner. Die Ge-meinden hielten es für heilige Pflicht, über die untadcliche Rein-heit der Sitten ihrer Glieder zu wachen; Irrende wurden ermähnt,Frevler erst vorn Lbenbmahle, dann von den AndachtSversammliin-gen und aller Gemeinschaft ausgeschlossen, und nur nach starkenProben der Buße wieder aufgenommen. Dieses Befugmß derBannes oder der Excommunication übten die Gemeinden tm Gan,zen aus, ohne ihren Bischöfen und Presbytern als Aufsehern überdie Kirchenzucht mehr zu verstatten als eine berathende Stimme.Denn noch war der Geist Jesu allen gemein, seine wundervollenGaben und Kräfte (vergl. d. Art. heiliger Geist) wirkten nichtbloß in den Lehrern, sondern in jedem Gliede der Gemeinde, dasdurch Glauben und geistige Anlage, wie durch eignen Eifer dazugeschickt war, Was man auch von den Wundertbaten, di. den er-sten Christe» nachgerühmt w rden, von den außerordentlichen Wir-kungen, die sie durch Gebet und Auflegen ihrer Hände zur Gene»süng der Kranken und zur Ausrüstung der Schwachen mit neue«Geisteskräften hervorbrachten, ArtheileN mag; bewundernswürdigwird man immer die rerne Gewissenhaftigkeit, die ireudige Selbst«verläugnung finden, womit sie sich ganz der Sache Jesu widme-ten, die hohe moralische Kraft, womit sie die Rohheit und Ber-derbniß ihrer Zetc von sich abhielten und in ihren Sitten da-Muster wahrer Humanität darstellten, die fromme Gottergebea-hert endlich, mit der ste ihr Glück nur darin suchten, Christo «m-