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Deutschland und selbst das Ausland erkannte in ihm einen der größ-ten Dichter, den die deutsche Literatur bis dahin auszuweisen ge-habt hatte, und sein eigener Fürst, so wie die sämmtlichen höher»Stände seiner Vaterstadt wußten nichts von ihm, als höchstens,haß er'Werfe machte. Denn als der Markgraf Alexander im I.
eine Reise nach Italien machte, und dem Papste Ganganellivorgestellt wurde, freute sich dieser auch aus dem Grunde derBekanntschaft mit dem Markgrafen, weil letzterer das Glück habe, Qjeinen der ersten Dichter, den ex selbst freilich nur in einer italü,
Nischen Übersetzung lesen und bewundern könne, in seinem Dienste Dczu besitzen. Erst hierdurch wurde der Markgraf auf Uz aufmerk-sam gemacht, so daß er nach seiner Zurückkunft diesen ihm merk- die
würdig geworbenen Mann sogleich zu sich kommen ließ, ihm seine ge
Achtung bezeigte, und ihn ,790 zum burggräflichen Directvr, mit (E
dem Titel eines Geheimenraths ernannte. Allein Uz, der füreine solche Auszeichnung zu bescheiden war, nahm zwar das ihm Gi
übertragene Amt an, verbat sich aber jenen Titel. — Gegen die neuesten un
Dichter war er in spätern Jahren entschieden eingenommen, und du
besonders mißfiel ihm Bürger, dem er zwar Phantasie nicht ab- zu
sprach, von dem er jedoch glaubte, daß er, seiner Jncerrectheit, gez
der Tralirum Larum und anderer Possen wegen, welche man in I.
den alten Dichtern, die doch auch für das Volk gedichtet nu
hätten, vergebens suchte, nur zu oft. unter die Würde Si
eines wahren Dichters herabsinke. überhaupt war es ein encharakteristischer Zug von Uz, daß er, der sonst so m- ho
hige, gelassene Mann, der die gewagteste Behauptung mit Stil!« eir
schweigen überhören konnte, jedesmal eine harte und laute m>
Mißbilligung verrieth, so oft von der neuesten deutschen Poesie die dii
Rede war. Er war nämlich der falschen Meinung, daß der cor- do
rects Frost der alten Dichter auch eine Norm für die Poesie der ch<
Neuern seyn müsse. Man sieht hieraus, die Romantik dex Neuem ge
war ihm noch nicht deutlich geworden. Überhaupt war U; für eine S
gewisse mechanische Correctheit so sehr eingenommen, daß er nichts «r
gelten ließ, als was sich durch eine solche auszuzeichnen im Grandewar. Auch behauptete er, daß nur die eigentlichen Iugendjahre A
rur Hervorbringung von Dichterwerken geeignet seyen, weßhalb er C
denn auch nach 1767 nicht mehr zu bewegen war, etwaSPoetisches vo
von sich in die Welt zu senden. Nur durch außerordentliches Bit- sch
ten brachte es GLckingk 1783 bei seiner Durchreise durch Anspach br
dahin, daß er sich entschloß, noch das religiöse Gedicht, der C
Christ, zu verfertigen, welches späterhin im Journal von und fr
für Deutschland (März 1784) erschienen und von Schulz compo- rc
nirt worden ist. Dies Lied, ungeachtet mancher schönen Stellen, H«
trägt in der That Spuren, welche beweisen, Uz habe recht th
gesuhlt, wenn er glaubte, seine Zeit, Poesien hervorzubringen, M
sei nun vorüber.— Als die anspachischen Länder dem Könige von di
Preußen anheim sielen, wurde er zum wirklichen königl. preuß. ge- ni
Heimen Justizrath und Landrichter zu Anspach ernannt, und wenige st
Stunden vor seinem Tode, am raten Mai 1796, wurde ihm noch so
das desfalsige Patent überreicht. Einige Wochen vorher hatte er b«
einen Anfall vom Schlagflusse gehabt, an dessen Folgen er nun an w
jenem Tage, als ein allgemein verehrter Greis, in seinem sech߫nd siebzigsten Jahre starb. ^