Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
Seite
259
JPEG-Download
 

Balmy 25-

> Eote d'Hyron zur Deckung der rechten Flanke, fast alle Kavallerie

! zur linken der Höhe hinter la Lune » clieval der großen Straße

> aufgestellt, Gizaucourt mit Infanterie besetzt. Dumouriez hattenach der ersten Meldung von des Feindes Vordringen den General

! Chazot mir y Bataillons und 8 Escadrons abgeschickt, um das schwache

> Detachement bei la Lune zu verstärken; dieser verlor aber Zeit;

> jenes Detachement ward indeß durch Artillerieseucr vertrieben und

> die zu spat auf der Chaussee vorrückende Unterstützung zurückge-

> , w'esen, worauf sie sich hinter die Cavallerie zurückzog; zu gleicher

Zeit hatte er rü Bataillons unter Beurnonville zu Unterstützunge des rechten Flügels von Kellermannn und Stengel detachrrt, und

< den General le Vencur mit 12 Bataillons und 3 Escadrons in die

- linke Flanke des Feindes dirigirt (dieser stieß bei Maison en Chain»

1 pagne auf die preußischen Equipagen, zog sich aber, mit einer geringen

t Beute zufrieden, ohne weitere Unternehmungen in dos Lager zu-

> rück). Die übrigen Truppen endlich blieben in der Hauptstellung. —

> Die preußische Hauptarmee traf Mittags bei der großen Straße

r ein und forniirte sich hinter der Avantgarde in zwei Treffen, den

e rechten Flügel an diese Straße gelehnt, das Centrum ungefähr

- hinter Garenne Maisnieux. Sie begann die Canonade gegen die

i Höhe von Balmy gegen 1 Uhr, der Feind erwiederte sie lebhaft,

g bis ungefähr um z Uhr eine Granate einige seiner Munitionswa-

e gen in die Luft sprengte. Die französischen Truppen, die schon

- früher bei Montcheutin keine sonderliche Contenance gezeigt hat-

d , ten, geriethen dadurch in Verwirrung, das Feuer ward schivä-

e eher und die ganze Linie fing an, sich unordentlich und muthlos zu-

> , rückzuzi-he«. In diesem Augenblicke formirten sich schon die ersten

! preußischen Bataillone zum Angriff; führte man ihn jetzt kraftvoll

! und muthig aus, so war die entscheidende Höhe von Balmy fast

r ohne Verlust genommen, das kellermannsche Corps zerstreut und

1 auf die Hauptarme« geworfen, welche (wie sich nach den bisheri-

e gen Ereignissen fast gewiß voraussehn ließ) keines bedeutenden Wi-ll Verstandes fähig, sehr bald zersprengt, vernichtet und gefangen

z worden wäre. In ihm hätte aber Frankreich sein einziges Heer

e von BediUtung, das Werkzeug der nachhcrigen Operationen, den

e Kern für alle später gebildete Armeen verloren; und wenn nach

ii unserer vollkommenen Überzeugung der Herzog von Braunschweig

n auch nach diesem vollkommenen Siege wegen der eigenen Schwäche

i- nicht nach Paris marschiren konnte, so mußte dieses Ereignis- doch

:> auf die Lage der Dinge und die Stimmung der Nation einen finge-st Heuren Einfluß haben, welcher gewiß Deutschland die herben Ersah-st rungen der Folgezeit erspart hätte. Aber dieser für die Geschichte

ie des Jahrhunderts höchst wichtige Moment verfloß ungenutzt; denn

rr während man noch über die Ausführbarkeit eines allgemeinen An»

n ' gviffs berathschlagte, hatte Kellermann die Ordnung wieder herge»

stellt, die Reserve-Artillerie i» die Linie gezogen und begann ein-r stärkeres Feuer als vorher. Der Herzog von Braunschweig, der

«, nach jenem Vorfalle die feindliche Stellung von la Lune aus beob-

h> achtete, entschied sich gegen den Angriff; das Feuer endete um 5

n, Uhr Abends und Kellcrmann zog sich in der Nacht nach derHaupt-

>i, stellung zurück. Die Allürtm besetzten darauf in don folgenden La«

i» gen die Höhe von Balmy und den Cote d'Hyron, aber an eine«

!« Angriff der Feindes war nicht mehr zu denken; er hatte zum er»

17*