Dasart Vase 269
Mtttelakter her. Die Benennungen V»ss»s und Vakaslxs werdenin den Schriften jener Zeit als gleichbedeutend gebraucht; die Er-klärung der Wortes Vasall, daß es so viel als Gesell lGenosse,Gefährte, nämlich im Kriege) anzeige, ist erzwungen. Die Lehns-verfaffung entstand bekanntlich zuerst bei den Langobarden in Ita-lien; die Carolinger nahmen das longobardische Lehnrecht zumMuster, und bildeten es weiter aus. Die von den überwundnenVölkern abgetretenen oder abgenommenen Stücken Landes wurdenunter die Tapfersten der Nation vertheilt, und hieße» körnen; siewaren heb Ursprung der Lehngüter. Ändere Arten der Lehen wa-ren die Lerwücis VeAiirn, welche die Könige von ihr » eignenBesitzungen, auf Widerruf oder auf Lebenszeit ertheilten, um sichsolche beneücirrios, auch Vessos, iniücos rc. genannt, zurTreue und zu Kriegsdiensten näher zu verbinden. — Vssslls-xium — ein gleichfalls barbarisches Wort des Mkttelalters —>ist die Lehnspflicht, womit ein Baiall feinem Oberherrn verbun-den ist. Wenn der Lehnmann oder Vasall feinem geleisteten Eideder gelobten Treue zuwider handelt, so begeht er Felonie (s.d. Art.) und wird dadurch der Lehn verlustig (s. d. Art. Lehns-wesen).
Wasari (Givrgiok, wichtig als der Erste, der eine vollstän-dige und ausführlich« Geschichte aller neuern Künstler lieferte, warrgi2 zu Arezzo geboren. Seine Lehrer waren Luca Signorellk,Michelangelo Buonaroti und Andrea bei Sans. Der CardinalHippolito de Medici, Papst Clemens VII und der Herzog Llcs-sandro hatten ihn nach einander in ihren Diensten. Nach dem Todedes Herzogs faßte er den Entschluß, nicht wieder Hosdicnste zu neh- ,men. Dennoch wurde er von den nachfolgenden Herzogen, vonden Päpsten und andern vornehmen Personen vielfältig als Bau-meister und Mahler gebraucht; denn in beiden Eigenschaften, beson-ders aber in ersterer hatte er einen großen Namen. Bon allem,was er in Florenz, Arezzo, Pisa, Venedig, Bologna, Nom undandern Orten arbeitete, hat er selbst uns Nachricht gegeben.Wichtiger und interessanter für uns sind seine Vir« äs' ziifl eccel-levil kiltori, Sculrori eck Kroliitetti, welche zuerst 1550 und inwiederholten Auflagen vermehrt erschienen. Sie sind noch jetzt sehrgeschätzt wegen der in ihnen enthaltenen Notizen sowohl, als auchwegen der eingestreuten Reflexionen über die Künste, von denen dieRede ist, und deren Fortschritte sehr gut nachgewiesen werden;wiewohl den Verfasser allerdings ein doppelter Tadel trifft: ein-mal, daß er in die Lebensgeschichten der ältern Meister viele Irr-thümer, die jedoch durch den Mangel an bessern Nachrichtenzu entschuldigen sind, aufgenommen, sodann, daß er die vater-ländischen und die nicht-toskanischcn Meister nicht mit alei-cher Gerechtigkeit gewürdigt, sondern diese gegen jene sichtlichin Schatten gestellt hat. Diesem weniger verzeihlichen Mangelabzuhelfen, haben spätere Schriftsteller zu Neapel, Bologna, Ve-nedig u. s. w. die Lebensgeschichten der Künstler ihres Vaterlan-des geliefert. Noch besitzen wir von Vasari eine Abhandlung überdie Mahlerei und einiges Andre. Er starb 1574.
Vase (Lat. vasa) bezeichnet eigentlich nur ein Gefäß; alleinwir verbinden damit gewöhnlich den Begriff eines schönen, kunst-reich geformten. Daher in engerer Bedeutung gewisse, bei denAlten bekannte, irdene Gefäße, welche verschiedene Bestimmungen