268 Darus Vasall
halten ist, scheint oft zu gesucht zu seyn, und nicht allen Beifallzu verdienen.
Barus (Quintiliüs), ein Feldherr der römischen Kaiser«Alrgustus, der, ohne die merkwürdige Niederlage, die er in Deutsch-land erlitt, wohl nicht in der Geschichte würde erwähnt werden.Die kriegerischen Unternehmungen, die Julius Cäsar gegen dieDeutschen begonnen halte, wurden unter Augustus fortgesetzt.Dieser schickte ferne beiden Stiesiöhne, DrusuS und Liberius, nacheinander nach Deutschland. Dem letzter» folgte Quintilius VaruSals Statthalter m Germanien, nachdem er vorher eine ähnlicheStelle in Syrien bekleidet hatte. Barus wollte die Deutschen andie Sprache, Mitten und Gebräuche der Römer gewöhnen, aberanstatt diese Veränderung mit behutsamer Langsamkeit zu bewir-ken, verfuhr er dabei mit übermüthiger Eile. In seinem Lager,von seinen Legionen umgeben, saß er zu Gericht, richtete undstrafte die Deutschen nach den römischen Gesetzen, die ihnen gänz-lich unbekannt waren. Ein solches Benehmen mußte ihren Arg-wohn erregen und die Furcht. ihreFreiheitganzzuverlieren. Eine Ver-schwörung geg.n Barus wurde insgeheim eingeleitet; der CheruskerFeiest Hermann war die Seele derselben. Er faßte den großenGedanken Deutschland von den römischen Unterdrückern zu be-freien. Dem unter dcv Berschwornen verabredeten Plans gemäß,wurden in verschiednen Gegenden Deutschlands Feindseligkeiten be-gonnen. Um sie zu dämpfen, verließ Barus, auf Hermanns fal-schen Rath, und wider des Segcsts, des Schwiegervaters vonHermann, Borstellungen, sein verschanztes Lager, und setzte sichmit drei auserlesenen römischen Legionen in Marsch. AIs er denteutoburger Wald — in der Gegend der Stadt Aetmolb in derGrafschaft Lippe — erreicht hatte, wurde er von den vereintenDeutschen auf allen Seiten angegriffen. Barus befand sich jetzt ineiner äußerst gefährlichen Lage. Unbekannte, unwegsame Gegenden,undurchdringliche Waldungen, ungünstiges Wetter, zahlreiche underbitterte Feinde machten hier die Kriegskunst der disciplinirtenund sieggewohnten Römer unnütz. Zweimal schlugen sich die Rö-mer mit der größten Anstrengung durch, um sich in einem Lagerzu verschanzen, aber sie mußten endlich unterliegen, und wurde»völlig zu Grunde gerichtet. Die Vornehmsten ihrer Anführer wur-den von den Deutschen den Göttern geopfert, die andern wenige«,die noch am Leben blieben, zu Sklaven gemacht. Barus hatte nochMuth genug, sich selbst zu entleiben, um die Schande seiner Nie-derlage nicht zu überleben; sein Kopf wurde dem Augustus nachRom zugeschickt. In Rom erregte diese Niederlage, die im ytenJahre der christlichen Zeitrechnung vorfiel, die größte Bestürzung;Augustus war über den Verlust seiner Legionen fast untröstlich.Man erwartete selbst einen Angriff der Deutschen auf Italien,und sie wurden ihn im ersten Augenblicke nicht ohnt glücklichenErfolg haben ausführen können. Aver ihre innerlichen Uneinig-keiten, die vorzüglich > der den Römern ergebne Segest, Her-manns Gegner, zu unterhalten suchte, machten, daß alles un-terblieb.
Vasall (Lehnmann), ist derjenige, der von seinem OberherrnsLehnherrn) den Besitz irgend eines Gutes (Lehn) unter der Be-dingung gewisser Verbindlichkeiten (Lehnsverband) und zu leisten-der Dienste erhalten hat. Wort und Sache stammen aus dem