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Vendome 285

IV. und seiner bekannten Geliebten, der schönen Gabrielle b'Estrscs,die ihm zwei Söhne, Cäsar und Alexander Vendome, gebar. Un-ter den Nachkommen derselben hat sich Ludwig, Herzog vonVendome als Feldherr unter Ludwig XIV. vorzüglich ausge-zeichnet. Er war 1Ü54 geboren, machte frühzeitig die Feldzügein den Niederlanden mit, erhielt dann das Commando einer fran-zösischen Armee in Spanien, und nahm 1697 Barcelona ein.Beim Ausbruche des spanischen Erbfolgekriegs wurde ihm, nachdemder sorglose Marschall Villeroi (1702) rn'Cremona gefangen wor-den war, das Commando der französischen Arm e in Italien über-geben. Hier lieferte er bei Luzzara im Mantuanisisien (den igtenAugust 1702) dem Prinzen Eugen ein Treffen, das zwar nichtviel entschied, doch konnte Vendome es wagen, im Frühjahr 170zdurch Tyrol in Deutschland einzudringen, um sich mir Bayernzu vereinigen. Er drang bis Lrient vor, aber der weitere Ver-such wurde durch den tapfern Widerstand der Tyroier vereitelt»Vendome entwaffnete hierauf die Truppen des Herzogs von Sa-«oyen, der sich plötzlich wider Frankreich erklärt hatte, nahm ver-schiedene Festungen desselben ein, und belagerte zuletzt Turin.Aber er wurde von da abgerufen, um die Fehler, die Villeroi inden Niederlanden begangen, und wodurch er der französischen Ar-mee die Niederlage bei Ramilliers zugezogen hatte, wieder gut zumachen. Vendome konnte hier anfangs nichts weiter thun, als daßer durch meisterhafte Märsche die weikern Unternehmungen desHerzogs von Marlborough vereitelte. Im Jähr 1708 nahm erGent, Brügge und andere Örter in Flandern und Brabant ein.Aber nun wurde ihm der Herzog von Bourgogne im Eommandsvorgesetzt, und die Uneinigkeit zwischen beiden veranlaßte die Nie-derlage der Franzosen bei Oudeyärde (den Ute» Juli 1708), dienicht erfolgt seyn würde, wenn Bendvme's klügerer Rath befolgtworden wäre. Die bekannte Mamtcnon hatte zu viel Einflußauf Ludwig XIV- besonders in Besetzung der Stellen. Daherwurden die geschicktesten und erfahrensten Generale, wennsie das Unglück hatten, ihr zu mißfallen, nur im höchsten Nothfalleherbeigerufen, um die begangnen Fehler zu verbessern, aber auchbald wieder zurückgesetzt, um ihren Günstlingen Platz zu machen.In diesem Falle befand sich auch Vendome. Er wurde jetzt wiedervon der Armee abgerufen, und blieb zwei Jahre lang unthätig.Als aber in Spanien die Angelegenheiten Pbilipps V. sich immermehr verschlimmerten, baten die Gpanier Ludwig XIV. um Ben-dome. Seine Ankunft in Spanien belebte die Natron mit neuemMuthe; er hatte bald eine Armee und Geld beisammen, und be-nutzte den allgemeinen Eifer sehr gut. Er führte Philipp V- nachMadrid zurück, schlug (den yten December 1710) den österreichischenGeneral Srahremberg bei Billaoicioia, und alle Eroberungen,welche die Allitrten in diesem Feldzuge in Spanien gemacht hat-ten, gingen durch dieses einzige Treffen wieder verloren.Nachdem Vendome das Glück Philipps V. völlig wieder hergestellthatte, starb er (1712) an einer Krankheit. — Philipp, Her-zog von Vendome, Großprior des Malteserordens in Frank-reich, Bruder des Vorigen, geboren 165g, zeichnete sich ebenfallsim Kriege aus, und mächte, vom Jahre 1672 an, die Feldzüge inden Nieverlanben, am Rhern und in Spanien mit. Im spani-schen Successionskriege erhielt er, nach der Schlacht bei Cassan»