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(1705^ seine Entlassung, und lebte bann einige Jahre in Rom.Als er (1710) durch die Schweiz nach Frankreich' zurückkehrenwollte, wurde er aus einer sonderbaren Veranlassung gefangen ge-nommen. Thomas Mahner, Rathshcrr zu Chur, dessen Unterneh-mungen in der Geschichte der Schweizer unter dem Namen derMaßncrischen Händel bekannt sind, hatte sich laut für dieösterreichische Partei erklärt. Sein zu Gent stubirender sechzehn-jähriger Sohn wurde deßwegen auf einer Lustreife von den Fran«zvseu verhaftet und nach Frankreich geführt. Da der Vater dieBesreiuung des Sohnes nicht erhalten konnte, lauerte er demGroßprior Vendome auf der Durchreise durch das sarganser Landauf, nahm ihn gefangen und führte ihn auf österreichisches Gebietnach Feldkirch. Erst im folgenden Jahre entließ, er den Groß-prior wieder der Haft, der eine schriftliche Versicherung ausstellte,sich für des jungen Maßner's Befreiung zu verwenden, die abererst 1714 auf Verwendung des österreichischen Hofes erfolgte, Ven-dome starb zu Paris 1724.
Venedig, Wenezia. Bei dem Andränge der Barbarenauf das römische Reich, welcher besonders den obern Theil'Jtaliens,der schon damals Benetien hieß, traf, flüchteten viele der ärmernBewohner auf die Laguneninseln des adriakischen Meeres, wo sieein ungestörtes Asyl fanden. Hauptsächlich geschah dies bei demEinfalle des wilden Attila 452 und der Langobarden 563. DieseAuswanderer stifteten hier bald ein kleines Gemeinwesen, das an-fangs einen ganz demokratischen Anstrich hatte; erst 697 wähltendie Inseln ihren ersten Dux oder Doge in der Person des PaolucciAnafesto. Damals war zu Traclea der Sitz der Regierung, 40Jahre später wurde es Malamocco und endlich 737 Rialto, wo inkurzem eine volkreiche Stadt aus dem Meere aufstieg. Dies wardas heutige Venedig, das sich bald durch Handel und Schifffahrthervorthat und die Herrschaft auf dem adriatischen Meere an stchriß. Große Privilegien, d,e sie theils von Rom, theils von Eon-stantinopel aus erhielt, waren ihrer Freiheit und ihrem Empor-kommen günstig; bald begnügte sich die Stadt nicht mehr mit demBesitze der Laguneninseln und des umher belegenen Landes, sondernmachte selbst in der Ferne, in Jstrien und Dalmatien, Eroberun-gen. Doch bei diesem Anwüchse des jungen Staats verschwand«llmählig Form und Geist der alten Demokratie, und der Lristo-kratismus trat an ihre Stelle, der sich nach und nach die ganzeMacht in die Hände zu spielen und den Dogen zu einem bloßenSchattenbild« herabzusetzen verstand. Venedig gewann in diesenZeiten durch die Kreuzzüge ungemein, und wurde nicht allein diereichste, sondern auch die mächtigste Stadt der Lombardei, in wel-cher die Schätze des ganzen Orients zusammenflössen. Nach derErmordung des Doge Michiele 1172 wurde zwar. eine Veränderungin der Verfassung getroffen, aber doch das Wesentliche derselbennicht abgeändert, und die Demokraten behielten noch immer Ein-fluß, der Doge einige Macht. Der 1202 unternommene Kreuzzugder Benetianer und Franzosen endigte sich, abenteuerlich genug, mitder Eroberung von Constantinopel und gab den Venetianern Ean-dia, mehrere archipelagische und ionische Inseln; aber nach derWiederherstellung des byzantinischen Kaiserthums 1261 zog sich der«stindische Handelsweg von Constantinopel nach Alexandrie». 1297erfolgte die letztere entscheidende Staatsrevslution, welche den Erb-