Verdauung 297
Weise. Sie dauert länger als die gesetzmäßige Zeit, z.N. bei einemErwachsenen über fünf bis sechs Stunden, verursacht unangenehme. Empfindungen, zunächst ein lästiges Gefühl von Bollheit und Aus-treiben in der Magengegend, Druck und Empfindlichkeit in dersel-! den, ein Gefühl von fliegender Hitze über, den Körper, von Träg-
, hcit und Abspannung. Das Erzeugniß der Verdauung selbst wird
^ fehlerhaft. Die Auflösung der Nahrungsstoffe im Magen geht
> unvollkommen und zu langsam von Glatten; sie werden daher
I nicht hinlänglich in ihre einfachen Grundstoffe aufgeschlossen, nicht
! e nmal immer mechanisch fein genug zertheilt, die eigentlichen er-
! nährenden Grundstoffe werden also nicht gehörig von ihrer innigen
! Verbindung mit den aeöbern Theilen befreit, die eigenthüm-
liche chemische Natur der genossenen Nahrungsstoffe wird nichtgänzlich überwältigt, sondern sticht noch hervor, z. B, die saure,fette Beschaffenheit; durch die Langsamkeit des Berdauungspro-zesscs gewinnt der todte EbemiSmus Zeit, von der Wärme desMagens begünstigt, seine Gesetze auszuüben, und nach diesen neuedem Organismus schädliche Produkte, z. B. aus dem Fett dieranzige Fettsäure zu erzeugen, luftsörmige Stoffe zu entwickeln,
1 welche den Magen widernatürlich ausdcbncn und das Ausstößen be-wirken. Ferner geschieht auch die Scheidung des Ehymus nicht! kräftig und rein, der Milchsaft ist nicht so mild, sondern mit un-
i tauglichen, zum Auswerfen bestimmten Stoffen vermischt, dagegen
der Abgang noch viele flüssige Theile und dem Chylus «»gehörigei Stoffe in "stch enthält, die" mit dem Stuhlgang sortgehen. Die
Ursachen der fehlerhaften Verdauung liegen theils in der fehlerhaft^ ton Wahl der Nahrungsmittel (s. d. Art,), theils in der unrichti-gen Act des Genusses (in Rücksicht der Zeit, des Maßes, der Actzu kauen), theils in Fehlern der eigentlichen Verdauungsorganeund der Hülfsorqane. Mangel an Lebensenergie des Magens(Schwache der Rervenfunction), fehlerhafte Absonderung des Ma-gensaftes, krankhafte Empfindlichkeit des Magens vom Erceß derNerventharigkeit des Magcnnrrvcngeflechtes, oder aufgeschwolleneBlutadern an sdemselben von fehlerhafter Blutcirculation bewir-ken eine zu langsame, unvollkommene und schmerzhafte Verdauungim Magen; gleiche Fehler in dem Fortgang des Darmcanals tra-gen mit bei zu einer unvollkommenen Sckeidnng d,S Milchsaft»von dem Ercrementalstoff. Krankhafter Zustand der Milz ist mit-wirkende Ursache an der scklechten, meistens zu sehr gesäuerten Be-schaffenheit des Magensaftes, wodurch derselbe an auflösenderKraft verliert, und als fremdartiger Stoff dem eignen Gefühl derMagennerven widrig wirkt, und verursacht auch eine fehlerhafteAbsonderung der Galle (vgl. d. Art. Milz). Abnormität in derFunctwn des Pankreas und der Leber sind vorzügliche Ursachen derunvvllkommncn Scheidung. deS Milchsaftes von dem Auswurfsstoffe,
> Ist die Absonderung der vänkreatischen Flüssigkeit fehlerpafr, zusparsam, der Drüsensaft selbst von schlechter Beschaffenheit, zu
unkräftig, so ievlt es an der anziehenden Kraft für, - den Milchsaft; ist die Verrichtung der Leber zu träge, oder über-
eilt, oder in ihrer Qualität verändert, so wird zu wenig, oderl eine zu wässerige, unkrjftige, oder eine'zu scharfe Galle zuberei-tet, daher die Excreinciitalstoffe nicht gehörig von ihr angezogenwerden, diese mit vielem Milchsäfte vermischt bleiben, oder derÜberfluß an Galle die Gedärme zu einer zu sehr beschleunigten Ber