Vereinigte Staaten von Nordamerika 299
nie 1634 aufMaryland nieder. Nun aber ging es rasch vorwärts:die bürgerlichen Zwistigkeiten in England und der Bcrfolgungs-geist gegen die Catholiken trieben eine Menge Menschen aus demMutierlande, die in Nordamerika ein neues, Vaterland fanden:in Connecticut und Rhode Island entstanden 1635, in Südcarolina165c,. englische Coionien, und eine der wichtigsten und folgereich»sten war die, die William Penn mit seinen Quäkern in Pennsyl-vania gründete. Rvrdcarolina wurde 1728, Georgia 1732, Ver-mont 1764, Kentucky 1773 gegründet. Alle diese Eolonun haltennur einen geringen Ansang und mußten mit den größten Schwie-rigkeiten'kämpfen, um den mit Wäldern und Morästen bedachtenBoden für die Cultur zu gewinnen: alles, was den habsüchtigenEuropäer sonst anlockt, was man in Westiudken, in Neuspanienund in Südamerika gefunden, von alle dem war hier nichts zuhabe». Um daher den Ansiedlern ihr neues Vaterland angenehmzu machen, ertheilte man ihnen große Privilegien und Freiheiten,und ließ sie frei sich eine Verfassung wählen, die sie wollten:kaum daß man von Seiten der KroneGouverneure ihnen vorsetzte.Indeß gaben die meisten sich eine Constitution, die der des Mut-terlandes ähnlich war, aber aller unbedingtes Princip war unge-störte Mcligionsfreiheit, und gerade diese war es, die eine Mengewegen ihres Glaubens angefochtener Menschen aller Rationen ind:e Wälder Amerikas zog, die nun schnell allenthalben lichterePartien bekamen» Britten, Deutsche, Niederländer, .Schweden,Franzosen lebten hier in bunter Vermischung, aber in brüderlicherEintracht unter einander, und wurden durch den Anbau unddie Benutzung ihrer Felder, und durch die Fischereien bald wohlha-bende Menschen. Ihren Überfluß holte der Britte ab und gabihnen dafür feine Manufacte-und alles, was ihnen nöthig war.So'l mge die Coionien tu ihrer Kindheit waren, hatten sie gegendiese Art des Verkehrs nichts, und befanden Fch wohl dabei, dasie st-iist. keine Abgaben an das Mutterland zu zahlen hatten;wollte der brittische Kaufmann mit seinen Waaren zu hoch hinaus,so nahmen sie ihre Zuflucht zum Schleichhandel, der bald dasGleichgewicht wiederherstellte. Dies ging bis in die Mitte desi8U'ii Jahrhunderts. Da Großbritannien aber in dem Kriege von1736 unermeßliche Aufopferungen zu dem Besten der Coionien ge-macht halte, und diese wohlhabend geworden waren, so fandman es iw brittischen Parlamente nicht für unbillig, ron denselbeneinen Beitrag zu den Staatslasten zu fodern, und wahrscheinlichwürden sich die Cvlonien dies auch endlich haben gefallen lassen,wenn nicht die Art und Weife der Festsetzung dieser Beiträge zuMißvergnügen Anlaß gegeben hätt?. Das brittische Parlament be-hauptete, das Recht zu haben, diesen Beitrag zu bestimmen, dieCvlcnirn dagegen wollten dies Rechtsprincip nicht zugest hen.Schon die Einführung des Stempels 1765 Und die Auflage aufGlas, Papier, Mahlerfarben und Thee 1767 fand allgemeinen Wi-derspruch, und England sah sich gezwungen, beide zu widerrufen;als es aber 1773 die auf Thee durchsetzest' wollte, entstand ein wil-der Auflauf in Boston und 342 Kisten Thee, die der ostindischenGesellschaft gehörten, wurden in die See geworfen. Zur Strafesperrte: dieBrAten den Hafen von Boston, aber alle Nordamerika-ner sahen die Sache der Ncriengländer für die ihrige an. 1774trat ein nordamrrikanischer Eongreß zu Philadelphia zusammen.