Vereinigte Staaten von Nordamerika zcz
gedehnt haben wird. Der Ackerbau und die Viehzucht sind in den nördli-chen, der Plankagenbau in dcn.südlichen Provinzen die Hauptsache: injenen machen Waizen, Hülsenfrüchre, Vieh^ und Waldproduoke, in die-sen Taback, Baumwolle, Indigo die Stapeiwaaren: Jagd und Fi-scherei sind beiden gemein. Dabei gewinnt wenigstens in dennördlichen Provinzen der Kunftfleiß immer meyr am Umfange,und steht lange nicht mehr auf einer untern Stuft: manche Fa-brikartikel werden in Rewyork uns Massachusetts in eben derVollkommenheit, wie in England, und in solcher Menge gemacht,daß man das Ausland fast entbehren kann. Auch nimmt die Zu-fuhr auswärtiger Manufacke immer mehr ab, und^ vielleicht dürftein wenigen Menschenaltern ,Amerika in dieser Hinsicht des Auslan-des ganz entbehren können. Der Handel ist von dem weitestenUmfange: Nordamerikanische Seefahrer bedecken jetzt alle Meere,«nd stehen selbst mit China, den Sandwichinseln und der Nord-westküste, wie mit allen europäiichen Haftn, in unmittelbarer Be-rührung. Schon i8io betrug die Lonnenzahl der amerikanischenSchiffe i,350,281, und die Ausfuhr hatte den Werth von 42,3'6,000Dollars, wovon die M> nufacturwaren 2,174,000Dollars betrügen.Die Münzen sind theils goldene, theils silberne, theils kupferne,diejenige, worin Buch und Rechnung gehalten wird, ist der Dollar,,der etwa den Werth von i Rthlr. 10 gGr. hat. — Wissenschaft-liche Cultur. Nordamerika steht langst nicht mehr in wissen-schaftlicher Hinsicht auf einer niedrigen Stuft der Cultur, dochhat es im Ganzen keine eigene Literatur, sondern diese ist europä-isch drittischen Ursprungs und geht mit dieser Hand in Hand.Wissenschaftliche Werke liefert Amerika fast in jedem Fache deSmenschlichen Wissens, doch ist gegenwärtig Politik und Staats-wirlhschafr dasjenige Fach, worin sich die meisten Amerikaner ver-suchen. Der Zeitungen und Journale gibt es eine Menge, undfast jede ansehnlichere Stadt besitzt ihre eigne Zeitung, und inmancher kommen deren mehrere heraus. Man hat Universitäten,hier Collegien genannt, fast in jedem Staate, dann Akademien,,die uniern Gymnasien gleichen, und auch Elementarschulen; dochgibt es letzterer wenige und überhaupt ähnelt der öffentliche Un-terricht ganz dem englischen , von dem er eine getreue Nachbildungist. Gelehrte Vereine finden sich in den größer» Städten, wo esauch nicht an Bibliotheken, Sternwarten, botanischen Gärten undKunstsammlungen fehlt.— Staatsverfassung, Nordamerikaist ein demakratischer Freistaat, w'lcher durch einen Bundespereinzusammengehalten und in einen Körper verbunden ist. Jeder ein-zelne Staat ist für sich unabhängig, aber in allen öffentlichen Ange-legenheiten machen sie mit Vorbehalt der Souveränität eines jedeneinzelnen Staats ein unzertrennliches Ganzes aus. Dieser Staatensind jetzt 22: i. Massachusetts, 2. Maine, 3. Vermont, 4. New,hampshire, g. Connecticut, 6. Rhode-Island, 7. Rewjcrsey, z.Newyork, y. Pennsylvania, 10. Kcntucky, 11. Jndiana, 12. Mary-land, 13. Virginia, 14. Ohio, 15. Tb-nnessee, 16. Nordcarolina,17. Sudcarolina, 18. Georgia, iy- D-laware, 20. Mississippi, 21,Orieans und 22. Missuri. Die Zahl dieser Staaten ist nicht sirirt,sondern jedes Gebiet kann, wenn es die gehörige Volksmenge nach-weisen kann, verlangen, in den Bundesstaat aufgenommen zuwerden. Sowohl die gesetzgebende, als die vollziehende Gewalt istdem Generalcongreffe übergeben, welcher aus dem Präsidenten, dem