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zo8 Vergennts Vergiftung

es, die der heldenmüthigen Resignation, deren Größe und Herrlich-keit da» lebendige Ideal de» Christenthum» und der Geist seinerLehre darstellt, deren Charakter sich seinen wahren Bekennern mit.getheilt und der modernen Zeit ihr Gepräge aufgedrückt hat,neue Kraft geben, die Welt zu überwinden. L.

BergenneS (Charles Gravier Graf), französischer Minister un-ter Ludwig XVk., war der Sohn eines Parlaments-Präsidentenzu Dijon, und 1720 geboren. Er betrat frühzeitig die diploma-tische Laufbahn, und war nach einander an den Hosen zu Liffa,bon, Constantinopel und Stockholm Gesandter. Ais Ludwig XVI.1774.die Regierung antrat, und das ganze Ministerium veränderte,rufte er den Grafen Vergennet von Stockholm zurück, und über-gab ihm das Departement der auswärtigen Angelegenheiten, wel-ches er auch bis zu seinem Tode (1787) verwaltet hat. Vergennetgehörte unter die solidesten und gemäßigtsten Diplowatiker; ohneein eminenter Kopf zu seyn, hatte er doch viel Verstand, und da-bei viel Erfahrung, Kaltblütigkeit und Arbeitsamkeit. Die Rote»des französischen Hofes, welche während Vergennes Ministerschaflin öffentlichen Angelegenheiten mit andern Mächte» erschienen,zeichnen sich durch einen Ton der Höflichkeit und Mäßigung aus.Die Hauptpolitik dieses Ministers bestand, im Tcmvoristren; daherrührte seine methodische Langsamkeit, seine Umständlichkeit undZurückhalten, und sein Zaudern, eine bestimmte Antwort zu ge-ben. Bei alle dem war er mit diesem Charakter und diese»Grundsätzen gerade der rechte Mann, wie er in jenem Zeiträumefür Frankreich nöthig war. Einen großen, und durch seineFolge»für Frankreich sehr nachtheiligen Mißgriff beging er jedoch dadckch,daß er (1778) Ludwig XVI. bewog, öffentlich an den Händel»der Nordamerikaner mit England Antheil zu nehmen. Der fran-zösische Hof schloß mit den Gesandten der erstern zu Paris (d. Löste»Januar 1778) einen förmlichen Tractat, und machte davon demenglischen Hofe eine, den Ausdrücken nach freundschaftliche, An-zeige. ' Aber dieser Schritt entschied den Krieg zwischen beide»Mächten, in welchem Frankreich gleich anfangs eine Menge reichbeladener Kauffahrer, und alle seine Besitzungen in Ostindien ver-lor. Es schloß zwar (1733) zu Versailles mit England einen eh-renvollen Frieden, aber der große Aufwand, den dieser Krieg ver-ursacht hatte, verschlimmerte aufs neue die französischen Finanzen,und die Schulden Frankreichs wuchsen so hoch an, daß bald nach-her kein Hülfsmittel dagegen zu finden war. Viel Unglück würdehöchst wahrscheinlich unterblieben seyn, wenn Frankreich die Rord-«mcrikaner nur unter der Hand unterstützt hätte. Den wirklichenAuSbruch der Revolution erlebte Vergennes nicht; er soll dieSchritte des Hofes, welche dieselbe in der Folge herbeiführten,picht gebilligt haben. Sein politisches Glaubensbekenntnis hat er»n einem Schreiben an den damaligen französischen Gesandten inWien, Rreteuil, abgelegt. „Wenn, sagt er, alle Mächte einse-hen wollten, wie elend im Grunde alle politischen Kunstgriffe undWendungen sind, so würde die Welt weit besser regiert werden,und die Plage der Minister geringer seyn. Wie viel Leiden wur-den dann auch der Menschheit erspart!"

Vergesellschaftung der Orden, k. Anh. z. d. Bde.

Vergiftung, die Anwendung eines Gifte« aus einen l"Senden menschlichen, oder überhaupt auf einen thierischen Körper.