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Zenhter Band. To bis Z.]
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S28 VespasianuS

schmacks, ma^ aber wohl auch jedem für das Wohlgefällige em-pfänglichen Sinne beiwohnen, da sie nicht «in Schaffen, sondernnur ein Anordnen und zweckmäßiges B-rrheilcn des Vorhandenen«rh ijcht Symmetrie in Maß und Farbe, Einfachheit mid Prunk-losigrert muß sich dabei vorzüglich au-sprechen. Verzierungskunstscheine ihrem Wesen nach ni-chr dein Weide, als dem Manne zu-zusagen; wie bei jenem auch der Sinn schicklicher Anordnung vonJugend auf durch Streben nach geschmackvoller Bekleidung mehrgekittet und entwickeit wird. AIS eine so untergeordnete Kunst istdie Berzieruittskmist bisher wenig doetrineil ausgebildet worden,höchstens haben Modenjournale bin und wieder ein lehrreichesWort darüber gesprochen, immer^aber mehr Muster als Regelngegeben. Vor allem hat man, nächst Beobachtung der allgemei-ne» Regeln der Symmetrie die Berücksichtigung des Zweckes unddeutliche Äu-Nprechung desselb n empfohlen, um je e störende Wir-kung zu bes itigen, und einen ruhuzsn Eindruck hervorzubringen.Charakter mag, wie in der Kunst überhaupt, auch hier Zweckoder Mittel seyn. Sofort hat man z. B. bei Verzierung einesKaliziaales, heile, heilre Farben, überall leichle Gebilde der Phan-tasie, auf Scherz und Freude deutende Bilder u. s. w. empfoh-len, so aber, daß sich das Bequeme freundlich mit dem Schönenvereinigt; bei einem Gchlofgcmachs dagegen gedrochne Farben, diein lieblicher Dämmerung spielen. Einfachheit, Bilder der Ruhe,v. s. w. Das Wie muß überall mehr von dem gegebenen Raumebestimmt werden, als es i'gend eine Regel könnte; und so kannsich immer nur eine sinnige Benutzung und Ausfüllung dessen, Iwas die Baukunst gegeben hat, äußern. ^

Be sp asian u s (Litus Flavius), einer der besten unter ß"en Irömischen Kaisern, war nicht von vornehmer Herkunft, zeichnete jsich aber im Kriege aus, und-schwang sich nach und nach durchseine Verdienste zu den höchsten Würden auf. Unter Caligul»commandirie er in Deutschland, und dann i„ Britannien, die rö-mischen Heere, in beiden Ländern mit glücklichem Erfolg. Er be-kleideie nachher mit Ruhm die Würde eines Proconluis in Afrika.Nero übertrug ihm das Eommando widkr die empörten Juden inPalästina. Vespasian schlug sie bei verschiedenen Gelegenheiten,nahm ihnen mehrere feste Platze weg, und war eben im Begriff,die Hauptstadt des jüdischen 8,ndes, Jerusalem, zu belagern, alser von der Armee zum Kaiser ausgerufen wurde. Bei dem Todedes Nero war das römische Reich völlig in die Gewalt der Kriegs«cheere gekommen, die binnen einem Jahre drei Kaiser nach einan-der wählten, welche alle sogleich rn den daraus entstandenen bür-gerlichen Kricgek umkamen. Keiner unter den Großen des. Reichsschien fähiger zu seyn, dieser Zerrüttung -u steuern, als Vespa-sian, er wurde daher fast mit "allgemeinem Beifall (im I. Csr.

6y) als Kaiser anerkannt , und erfüllte die Erwartungen, die manvon ihm hatte Er nahm seinen Sohn Titus, der den Krieg ge-gen die Juven fortsetzte, und durch die Eroberung Jerusalems be-endigte, zum Gehülfen für einen Theil der Regierungsgeschäftean. In alle» Theilen des Reichs waren nun die Unruhen be>g^legt, und der Tempel des Janus, der mehrere Jahre hindurchoffen gestanden hatte, wurde wieder geschloffen. Vespasian schränktedie Ausgelassenheit der Truppen ein, und stellte dievorigeKriegs«zucht wieder her. Auch die Titten der übrigen Stände suchte er