Vinalia Vincent 341
ris, und zeichnete sich durch seine Talente und seine Neigung für
das Studium der alten Sprachen Vortheilhast aus. In seinem
iglen Jahre hatte er bereits alle alten Autoren gelesen, und wardm,l sz Jahren schon Mitglied der Akademie der Jnichristcn. ImJahre 1778 schickte ihn die Regierung nach Venedig, um dort dieHandschriften der St. Marcus Bivliothck zu untersuche». Hier
benutzte er vorzüglich den Umgang des gelehrten Morelli, welchemUmgänge auch die von Villoison Hera», gegebenen ch,neoäora Krse-m« psrisienri ot « vonot» 8- Warci i>ii>1. siepronipt» ihr
Entstehen verdanken. In der St. Marcus- Bibliothek sand ereinen höchst wichtigen Codex, der Homers Jliade mit einer M>ngeSchotten enthielt, den er auch sofort herausgab, und dessen Werthvorzüglich Wolf anerkannt hat. Nach seiner Zurückkehr aus Ita-lien besuchte er Deutschland, und benutzte während dieses Aufent-halts vorzüglich die Bibliothek zu Weimar. Im Jahre 1735 be-suchte er mit dem französischen Gesandten bei der ottvmanischenPforte, dem Kunstfreunde Grafen Choiseul-Gouffier, Constanti-nopel, bereis'te drei Jahre lang die Inseln des Archipelagus unddas feste Land von Griechenland, und vervollkommnete sich vor-züglich in der Kenntniß des Neugriechischen, das er mit großerFertigkeit sprach. Diese Reise war es, was den Plan in ihmentstehen machte, eine große, vollständige Beschreibung von Grie-chenland auszuarbeiten. Er ging mit Eifer an die Ausführung,excerpirte d>e griechischen Schriftsteller, selbst die Kirchenvater unddie Byzantiner, allein die damals eingetretenen politischen Verhält-nisse hinderten ihn, diese Arbeit fortzusetzen. Er verließ beimAusbruche der Revolution Paris, ging nach OrleanS, und lebteder,, bis die Stürme sich gelegt horten. Nach seiner Zurückkehrwurde er Mitglied des Nationalinstituts und Professor; allein ergenoß diese Auszeichnung nicht lange, den» er starb den Lösten April1805. — Außer den bereits erwähnten Werken verdankt manihm eine vortreffliche Ausgabe von ik-oiiAi kaskoialis OZxlr-attäe et Lsiloe, und viele schätzbare Abhandlungen in den lVis«.«e k'Acael. eies Incr. und andern Zuschriften.
Vinalia (aus dem Lat,), Wcinfcste, welche die Römer zufeiern pflegten. Die Sage gab ihnen einen historischen Ursprung.Es hatten die Etrusker nach einem siegreiche» Kriege von den be-siegten Lateinern als Friedensbedingüng die Auslieferung allesWeines verlangt. Die Lateiner, über diese Zumutbung empört,vertrauten ihr Glück noch einmal den Waffen, gelobten aber demJupiter im Falle des Sieges ihren Wein. Sie siegten, und— um das Gelübde zu erfüllen, brachten sie ihm aus jedem Fasseden ersten Becher. Die Rachzeit behielt diese Sitte bei, undfeierte dies Fest alljährlich am LZsten April, an welchem Tage mandie Weinfässer öffnete. Ein zweites Weinsest wurde auch nocham Listen August gefeiert, um sich Jupiters Gnade für d>e naheWeinlese zu erflehen. Noch diesem Feste durfte auch erst der vor-jährige Wein zum Verkaufe ausgeböten wer! en, indem der künf-tige bereits durch die Ceremonie geweiht und in Jupiters Schutzvertraut war, Lei diesem zweiten Weinfeste eröffnete der Fla-men Dialis die Weinlese durch die Heradnahme der ersten Traube.
Vincent (St.), eine dc ,7 drittisch - westindischen Jnieln zwi-schen St. Lucie und den Erenadinen, nur 6^ OM. groß, a>ermit wenigstens 25,000 Einwohner, die Zucker und andre wcstin-