Z46 Viola
die man unter dem Saitenhatter (das Brettchen, woran Sei Gek-geninstrumenten die Saiten befestigt werden) an kleine Stifte an-hängte. Diese liefen durch in den Steg gebohrte Löcher, unterdas Griffbrett in eine dazu gemachte Höhlung, aus welcher sieoben in der Schnecke (der Theil, wo die Saiten um die Wirbelgehen) wieder herauskamen, und dort, wie die Darmsaiten anWirbeln befestigt waren. Diese Drathsaiten wurden mit denDarmsaiten in der Öctave oder dem Einklang gestimmt, undnicht mitaegriffen, sondern dienten nur durch ihr Mitklingen zurVerstärkung des Tones. Nach der Zeit aber wurden diese Drath-saiien abgeschafft, und man bediente sich bloß eines auf dem Stegeruhenden Bezuges von sieben Darmsaiten, die entweder in dieTöne: 6, o, g, c, «, A, e, oder in die Töne 6, o, o, s,li", ^ gestimmt wurden. Mattheson in seinem Orchester, undWacther in seinem Lericvn führen noch eine Art von Viols ä's-rnour an, welche nur mit vier Drathsaiten und einer Darmsaitebezogen war, die entweder in den Accord c, e, o, Z, oderin o, es, x, c, ^ gestimmt wurden. — Roch eine Gattung derBiola, die zwar nicht unter die Saiteninstrumente gehört, aberdoch mit dem Violinbogen behandelt wird, ist 7. die Viola üiVon«, oder die Eisen- oder Nagelgeige. Diese besteht bloßin einem flachen, auf der einen Seite in einem halben Cirkcl ge-rundeten Brettchen auf einer Art dicken und breiten Zange, inwelche eiserne oder messingene, am obern Ende etwas nach aus-wärts gebogene Stifte von stufenweise abnehmender Größe einge-schlagen sind, und welche durch das Anstreichen eines starken, mitschwarzen und stark mit Colophonrum eingeriebenen Pferdehaarrnbespu»nten Violinbogens klingend gemacht werden. Dies Instru-ment ist auch unter dem Namen der Stahl- oder Nagelbar-en 0 >>. i k a bekannt. — Alle die bisher genannten Gattungen derViola sind, wie bereits bemerkt worden ist, ganz außer Gebrauch.Die letzte und gegenwärtig allgemein gebräuchliche Gattung dieserInstrumente ist aber 8. die Viola äi Lracois, Violetta, viois«Ina (nicht wie gewöhnlich falsch gesagt und geschrieben wird: alro-Viola); französisch TÄUs, deutsch Altgeige, oder am ge-wöhnlichsten Bratsche genannt. Dies Instrument hat ganz denBau und die Struktur der Violine (s. d. Art. Violine), ist abergrößer als diese, und steht, besonders in „Hinsicht des Klangesund des Umfangs ihrer Töne gleichsam als Übergang zwischen der-selben und dem Violonccll. Die Behandlung der Bratsche ist wiebei der Violine, nur werden die Noten für dieselbe nicht im 6-,sondern im Altschlüffel gesetzt. Des 6- oder Violinschlüssels be-dient man sich nur für die hohen Töne, die (z, B. in Solo's) überoder 1 gehen. DieBratsche hat ebenfalls vier Saiten, wovondie zwei tiefsten überspannen, und die Stimmung aller vier eineQuinte tiefer ist als bei der Violine. Die Stimmung der Brat-sche ist nämlich 0, A, ck, a, folglich dieselbe wie beim Biolon-cell, nur eine Octave höher. Die Bratsche ist zur Ausfüllung derHarmonie unter den Geigeninstrumenten, was der Tenor unterden Smgstimmen ist, und folglich bei jeder vollständigen Orche-siermusik »on besondrer Wirkung und Nothwendigkeit, daher es