Virgilius
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die Violine insbesondre) bat Motti sich eben so vorthei'lhaft aus-gezeichnet, und seine Violin-Concerte und Du'ttcn sind für jedenViolinspieler classisch. Da seine Composirionen so häufig an al.len Orten, Hochgestochen, und für andre Instrumente arrangirt ,worden, und unter immer veränderten Rummecn,,und Verlegernerschienen sind, so ist eine genaue zuverlässige Übersicht seinerWerke sehr schwer. Folgendes kann jedoch erne kurze ungekgyreÜbersicht geben. Nämlich: 27 Violin-Concerte, zwei Concertant.Symphonien für zwei Violinen; Z6 Violinduett-n, und mehrereWiolin-Quartetten und Trio's; 12 Solo'» für das Violo mitBegleitung des Basses, und eine Sammlung Lhema'S mit Varia-tionen. Für den Gesang sind zwei in .Paris gestochne italienischeArien mit Orchesterbegleitungen bekannt. Auch sind unter stinrnrNamen mehrere Claviersachcn gedruckt worden, die aber vermuth-lich nicht ursprünglich von ihm selbst fürs Clavier gesetzt, sondernwahrscheinlich nur von Andern dafür arrangiere Violi» - Compost-tronen von ihm sind.
Virgilius (Publius Virgilius Marv), der vorzüglichste epi-sche Dichter der Römer aus dem sogenannten goldenen Zeitalterdes Augustus, geboren 70 Jahre vor der christlichen Zeitrechnungzu Andcs (jetzt Pictola), unweit Mantua. Er hielt sich eineZeit lang zu Neapel auf, um da zu studiren , und harre da-durch diese Gegend so lieb gewonnen, daß er auch da begrabenseyn wollte. Als Augustus allein die Oberherrschaft behauptete,und verschied«- Ländern«« unter seine Soldaten vertheilt werdensollten, straf dieses Schicksal auch das Landgut, das Birgt! vonseinen Ältern ererbt halte. Aber sein Dichtertalent hatte schonAufmerksamkeit erregt, und durch Empfehlung des Asinius Pollioerhielt er sein Landgut von Augustus wieder, dessen Lob er nunin seinen Gedichten sang. Augustus und sein Günstling MäcenaSwurden bald die Freunde und großmüthigen Gönner Birgils.Sein erstes jugendliches Werk waren die Bucolica, Hirtenge-dichte, eine glückliche Nachahmung der Idyllen des Theokrits.Später schrieb er das Lehrgedicht Georgsca oder vom Landbau,wobei er den Hesiod zum Vorbilde genommen zu haben scheint.Sein vorzüglichstes Gedicht, und wodurch er sich wirklich verewigthat, ist das bekannte Heldengedicht die Ä neide, oder die Erzäh-lung der Schicksale des Lneas von seiner Flucht aus Troja an biszu der Zeit, da er ein neues Reich in Italien gründete. Die Ab-sicht, die der Dichter dabei gehabt, ist unverkennbar diese, daß,so wie Homer den Griechen, er den Römern ein Nationalepos indie Hände «.eben wollte. So vielen Fleiß er auch auf die Vollen-dung dieses Gedichts wendete, so sind doch «och hie und da Verseunvollendet geblieben. Deßwegen soll er auch vor seinem Todevon seinen Freunden verlangt haben, daß sie die Handschrift die-ses Gedichts verbrennen möchten. Aber ein guter Genius hatdarüber gewacht und es erhalten. Die Äneide ist unstreitig einMeisterwerk der Dichtkunst. — Birgil starb nach der Rückkehrvon einer Reife, die er mit Augustus in Griechenland gewall thatte, zu Brindisi in Calabricn, erst 52 Jahre alt. Seinem Ver-langen gemäß wurde er in der Nähe der Stadt Neapel, bei derGrotte Posilippo begraben. Zu seinem Grabe, welches man nochzeigt, wallfahrten gebildete Reisende, die den Dichter schätzen.Der Ausgaben von Mrgils sämmtlichen Werken sind sehr viele.