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354 Visstrit rexerturir Vitriol

ist auch der Ausdruck: nach Sicht, sehr gebräuchlich (Vergl. d.Art. Uso).

Visum rsxsrcum (Fundschein), der Bericht einer (eigendsdazu, oder überhaupt) verpflichteten Medicinalperson (in der Regeldes Phyfikus, in dessen Ermangelung des gerichtlichen Wundarz-tes) über den äußerlichen Zustand eines gefundenen todten mensch-lichen Körpers an die Polizeibehörde. Der Berichterstatter mußanatomische Kenntniß des menschlichen Körpers haben, alle Theiledesselben genau und mit den angenommene» Kunstbenennungen an-zugeben, das Gewöhnliche^ und Normale von dem Ungewöhnlichenund Abnormen zu unterscheiden wissen, den Körper auf das genaue-ste von außen besichtigen, dessen Geschlecht, muthmaßliches Alter,Beschaffenheit, Aussehen und Zustand, die etwa vorgefundenenVerletzungen, Wunden, Quetschungen u. dergl. genau, deutlichund in einem guten Style beschreiben.

Bitellius (Aulus), einer der verworfensten Menschen, dieauf dem Throne der Cäsar» zu Rom gesessen-haben. In derSchwelgerei erzögen, und durch die zügellosen Sitten an demHofe der ausschweifenden Regenten Caligula, Claudius und Neronoch mehr verdorben, hatte er durch niedrige Schmeicheleien sichden Weg zu Ehrenstellen gebahnt. Nerv hatte ihm den Oberbe-fehl über einige römische Legionen in Niederdeutschland übertragen.Nachdem einmal das verderbliche Beispiel gegeben war, daß dieLegionen ihre Anführer auf den Kaiserthron erhoben, brachte esBitellius auch bei denen, die unter seinem Befehle standen, durchGeschenke und Versprechungen so weit, daß sie ihn zu gleicherZeit, als die Prätorianer zu Rom den Otho an Galba's Stellezmn Kaiser ausrüsten, ebenfalls zu dieser Würde ernannten. Esentstand nun ein bürgerlicher Krieg zwischen den beiden Gegenkak-fern. Nachdem die Legionen des Bitellius in drei Schlachten nacheinander von den Truppen des Otho geschlagen worden waren,siegten sie in der vierten über ihre Gegner, und der freiwilligeTod des Otho machte den Bitellius zum alleinigen Besitzer desstreitigen Throns. Bitellius zog als Sieger in Rom ein. SeineRegierung zeichnete sich gleich anfangs durch Gewaltthätigkeitenund Ausschweifungen aller Art aus, die auch nicht durch eine ein-zige für den Staat heilsame Handlung vergütet wurden. Dieöffentlichen Angelegenheiten waren in den Handen verworfnerMenschen; Bitellius selbst überließ sich einer beispiellosen Schwel-gerei. Eine Regierung dieser Art konnte auch bei einer schonsehr verdorbenen Ration nicht von langer Dauer seyn. Die Le-gionen, besonders die im Orient, empörten sich, und ruftey Bs-spasian zum Kaiser aus. AIs Bitellius sich von seinen Gegner»in Rom selbst angegriffen sah, suchte er feig sich zu verbergen,aber er wurde entdeckt, auf eine beschimpfende Art durch dieStraßen geschleift, und sein Leichnam wurde in die Tiber gewor-fen. Er erlitt diesen verdienten Tod im grstcn Jahre seines Al-ters, und im 7ten Monate seiner Regierung, die Plutarch mitder Regierung der Könige in de» Trauerspielen vergleicht, ditauf die Bühne treten, vorübergehen und verschwinden.

Vitriol heißt scde salzige Verbindung aus Schwefelsäuremit einem-Metälloxyde. Drei Vitriole kommen gewöhnlich alsHandelswaare vor, und werden zu technischen Zwecken genutzt.Grüner Vitriol, Eisenvitriol, Kupfern?asser, besteht aus Ei-