Wappen 45z
die Sache so vorstellen, als wenn die ganze Mondmasse keine Ku-gel sey, sondern in einen Ring oder Reif vertheilt, der so großsey als dir Bahn, und um die Erde in einer Entfernung vonHi,ooo Meilen als ein fester Körper stehe. Wcny dieser Ring imÄquator läge, so wirkte er senkrecht a.uf den Ring der Erde, derum den Äquator, liegt, und es fände kein, Wanken der Er! axeStatt. Allein die Mondbahn ist gegen den Äquator geneigt,"undnun sucht dieser Ring bey Ring des Äquators in seine .Ebene zuziehen. Dieses würde er ohne Mühe können, wenn die Erde nichtum ihre Axe rotirte. Allein ein Körper, der sich schnell um seineAxe dreht, ändert sehr schwer die Richtung seiner Drehungsaxe,und so entsteht nur die kleine Abziehung des Äquators der Erdevom Äquator des Himmels von i 8 Secunden, welches dann eineAbziehung der Axe 'ebenfalls' von 18 Sekunden zur Folge hat. —Die Dauer von 18 Jahren rührt daher, daß dieser Ring, der dieMondbahn vorstellt, auf dem Äquator fortrückt und alle 18 Jahreeinmal den ganzen Äquator durchläuft. — In dem ArtikelVorrücken der Nachtgleichen findet sich noch einiges, waSsich hierauf bezieht.
Wappen sind Zeichen von'Ländern, Städten, Eorporatio-nen, Familien und einzelnen Personen, die mit gewissen, suS derNatur oder dem Gebiete der Kunst hergenommenen, oder auch nachWillkür ersonnenen Bildern, und mrt Farben und Metallen vor-gestellt werden, und die dazu dienen, die Familien, einzelne Per-sonen rc. von einander zu unterscheiden, vorzüglich aber eine Würdeoder den Besitz eines Landes, wenigstens eines Rechtes zu demsel-ben, anzuzeigen. Der letzte Fall findet sich nicht stlten bei Fürsten,welche Wappen und Lite! von Ländern führen, die sie nicht be-sitzen , auf die sie aber einen Anspruch oder Recht behaupten.Solcher symbolischen Unterscheidungszeichen, die sich auf Herkunftoder rühmliche Thaten bezogen, bedienten sich Fürsten und Pri-vatpersonen schon in ältern Zeiten. Aber von den heut zu Tage ge-bräuchlichen Wappen finden sich die ersten Spuren nicht eher, alsin der Mitte des elften Jahrhunderts. In der Folge wurden siewährend der Kreuzzüge mehr ausgebildet und verbreitet. Unsre Vor-fahren entlehnten ihre Symbole gewöhnlich aus dem Thierreiche, undwählten dazu die stärksten Thiere, Löwen, Bäre, Leoparden, unddie Geschöpfe der Einbildungskraft, Einhörner und Greife; werdiese Thiers nicht in den Wappenschild selbst aufnahm, brauchtesie wenigstens als Schildhalter. Den Adler führten vorzugsweiseimmer nur Regenten im Wappen. Au dem Wappen gehört derSchild, der von verschiedner Form ist, rund, oval, herzförmig,viereckig. Die Fläche des Schildes heißt das Feld, dessenGrund mit einer Farbe, auch mit Gold oder Silber bedeckt ist,auf welchem das unterscheidende Wappenzcichen angebracht wird.Es sind sieben Farben dafür angenommen, deren jede, wenn man»sich der wirklichen Farben nicht bedient, durch Punkte oder Stri-che angedeutet wird. So wird Gold durch s.ine Punkte, Sil-ber durch weißen Grund, roth durch senkrechte Striye, blaudurch-horizontale, grün und purpur durch schräge, schwarzdurch gegjtterte Striche angedeutet. Getheilte Schilde nenntwqn solche, deren Flächen mit verschleimen Farben belegt find.Die Wappenschild« kamen erst im Anfange des dreizhnten Jahr-hunderts auf.— Zur Verzierung der Wappen gehör« die Krone»